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Leseprobe aus einem zwölfseitigen Interview mit Karin Schüdde, der Leiterin des Spielkreises der Alt-Hastedter Kirchengemeinde.
 
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Klein Mexiko: Welche sozialen und erzieherischen Ziele sind Ihnen als Person wichtig?
 
Karin Schüdde: Ich möchte die Kinder dazu anleiten, dass sie besser mit anderen zusammenleben lernen. Die Grundhaltung der Kinder sollte von Freundlichkeit, Höflichkeit, Rücksichtnahme und Aktivität geprägt sein. Sie sollen wenigstens in Ansätzen lernen, ihre menschliche und natürliche Umwelt zu sehen. Sie sollen nicht nur egoistisch fragen: ‘Was kriege ich?’ Sie sollen auch sehen, wo sie anderen etwas wegnehmen oder ihnen schaden.
Das heißt: Sie sollen nicht ihren Müll in die Natur werfen. Sie sollen nicht einfach wortlos dem Nachbarn den Stift wegnehmen. Sie sollen nicht einfach ohne zu fragen an den Kühlschrank gehen, wenn sie irgendwo zu Besuch sind. Ich möchte nicht, dass meine eigenen Kinder so etwas machen. Sie sollen vorher fragen.
Das ist als einzelne Handlung ‘nicht so schlimm’, schadet am Ende aber doch anderen Menschen oder der Gesellschaft. Man kann das vergleichen mit dem verbreiteten angeblichen Kavaliersdelikt Versicherungsbetrug. Menschen, die das tun, bereichern sich schließlich auch auf Kosten anderer.
 
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Kinder toben im Garten des Spielkreises
 
Die Kinder toben im Garten des Spielkreises.
 
KM: Was ist denn aus Ihrer Sicht typisch für die Generation von Kindern, die in diesen Jahren den Spielkreis durchläuft? K. Sch.: Durch das große Angebot an Fernsehen und elektronischen Spielen kommen die Kinder wenig dazu sich zu bewegen. Die elektronischen Spiele etwa regen ihre Phantasie zu wenig an.
 
Karin Schüdde beim Staubsaugen
 
Karin Schüdde schwingt den Staubsauger, nachdem die Kinder abgeholt worden sind.
 
Ich habe als Kind viel auf der Straße gespielt und mir dort mit wenig Mitteln und gemeinsam mit anderen Phantasiewelten geschaffen. Teilweise haben die Kinder - auch durch Fernsehen - ein größeres Wissen von der Welt als etwa seinerzeit meine Generation. Sie fahren viel weg oder gehen aus mit ihren Eltern. Manche haben gesagt, dass sie heute am ersten Tag schon zum Freimarkt gehen. Die Kinder kennen Vergnügungsparks und Zoos und natürlich auch Urlaubsorte.
       Vielleicht weniger als in früheren Generationen kommt die Erfahrung vor, direkt etwas zu erleben, vor allem in der Natur, draußen sein zu dürfen, sich schmutzig machen zu dürfen. Wir hatten hier einmal als Projekt, Insekten in Lupendosen zu beobachten. Es gibt auch Kinder, die ganz lange mit einem Käfer in der Hand rumlaufen und sich dann wundern, dass er irgendwann tot ist. Die Kinder müssen lernen, dass man die Tiere nur kurze Zeit beobachten kann und sie dann wieder freilassen muss. Wenn sie sie länger beobachten wollen, müssen sie wissen, was die Tiere denn fressen und was sie sonst an Lebensbedingungen brauchen wie etwa Feuchtigkeit, einen größeren Behälter und so weiter. Und dafür muss man dann auch sorgen.

Weitere Themen des Heftes:

Bericht: Besuch im Spielkreises

Interview: Leiterin Grundschule

Interview: Familie Adler

Interview: Familie Noltze

Leserbrief




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