Foto-Notizblock: Geld, Glück und Männer (1), Alltag in Bremen, # 001-13
 
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Nr. 1/2013, Bremen, den 11.1.2013, Nr. 367,   10 Jahre kleinmexiko.de: Danksagung

Foto-Notizblock: Geld, Glück und Männer (1)

        
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ALLTAG IN BREMEN
FOLGE 001-13:
FOTONOTIZ-BLOCK: GELD, GLÜCK UND MÄNNER (1)




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Die folgenden Fotos habe ich im Laufe der letzten Wochen aufgenommen, ohne dass sie sich in meinem Kopf schon zu einer Serie zusammengefügt hätten. Doch bei der Durchsicht meiner Fotos aus der letzten Zeit begann ich zu ahnen, dass sie gemeinsame Bezugspunkte haben.

  'Geld, Glück und Männer' sind ihr gemeinsames, verborgenes Thema, das nicht gleich auf den ersten Blick erkennbar ist, sondern sich erst nach einigem 'Meditieren' und Recherchieren erschließt. Aber lesen Sie selbst.

Werbeschriftzug eines Wettanbieters

Dieses Foto zeigt den Werbeschriftzug eines Wettanbieters an einem Fenster eines Hauses in der City. Ein Blick in die hinter dem Fenster liegenden Räume ist für einen Menschen, der einfach nur vorbeigeht, nicht möglich. Milchglasartige Blenden verwehren den Einblick. Als mir dieser Umstand bewußt wurde, fiel mir ein, dass mir ein Mitarbeiter eines Unternehmens, in dem um Geld gespielt werden kann, einmal gesagt hat, dass Spieler nicht gerne von Bekannten und Verwandten bei ihrem Tun gesehen werden. Der Slogan unterhalb des Unternehmnensnamen stellt die Behauptung auf 'Every 1's a Winner'. Zunächst ist einmal festzustellen, dass die Rechtschreibung dieses englischen Satzes etwas eigenwillig ist.

 
Neben dem 'Every 1's', das ja wohl 'everyone is' heißen soll, fällt vor allem auf, dass das Wort 'winner', also 'Sieger, Gewinner' hier großgeschrieben und somit betont wird. Unterstrichen wird diese Behauptung weiterhin durch das 'Wettkreuz', mit dem dieser Satz statt eines Punktes abgeschlossen wird. Wenn es tatsächlich so wäre, dass jeder Spieler mit seiner Wahlentscheidung bei einer Wette ein Gewinner wird, stellt sich die Frage, wie Wettunternehmen gewinnbringend betrieben werden können. Dass ich hier nicht von SpielerInnen gesprochen habe, hängt damit zusammen, dass etwa Spielsucht in unserem Lande (noch) fast ausschließlich ein Problem von Männern ist.

Werbung für eine Stadtteiloper in Osterholz-Tenever, Bremen

Um eine Wahlentscheidung geht es auch in der Werbung, die an einer Straßenbahn angebrachtist. Diese Werbung macht auf eine Stadtteiloper aufmerksam, die in OTe, also Osterholz-Tenever, aufgeführt wird. Osterholz-Tenever ist ein Stadtteil, der am äußersten südöstlichen Rande Bremens liegt und trotz etlicher Veränderungen immer noch ein Bezirk mit vielen sozialen Problemen ist. Die Oper, die dort mit Bezug auf den Stadtteil aufgeführt werden soll, steht also unter dem Motto 'Du hast immer eine Wahl'. Ich nehme an, das soll die Botschaft vermitteln, dass jeder Mensch auch in einer schwierigen Situation einen Weg wählen kann, der ihm/ ihr im weitesten Sinne Glück bringt. Wenn man sich die Werbung etwas genauer ansieht, entdeckt man einen dezenten Hinweis (siehe kleines Bild rechts) darauf, dass die Sparkasse Bremen das Vorhaben materiell, also auch mit Geld, gefördert hat. Mir stellt sich jetzt die Frage, ob die Künstler auch die Wahl gehabt haben würden, das Projekt durchzuführen, wenn sie nicht großzügige Leute gefunden hätten, die Geld dafür geben.



 
Logo einer Bank

Auch eine andere Frage hat mich noch bewegt: Sind es Männer oder Frauen, die die höchsten Leitungsfunktionen der Geld gebenden Bank innehaben? Nun: Im Vorstand der Sparkasse sind nach meinem Informationsstand vom 9.1.2013 vier Männer und keine Frau, im Aufsichtsrat acht Männer und eine Frau.

Geldautomat

Für mittellose, aber ehrgeizige KünstlerInnen ist dieser Geldautomat, den ich in Oldenburg gesehen habe, zu empfehlen: Er verspricht 'Bargeld für alle'. Aber, Spaß beiseite, mit 'alle' sind wohl nur alle diejenigen gemeint, die schon in ausreichender Menge Geld auf dem Konto haben, das sie dann abheben können. Andernfalls wäre der folgende Warnhinweis kaum zu verstehen.

 
Denn: Wenn wirklich grenzenlos Bargeld für alle da wäre, bräuchte man den Zugang zur Geldquelle wohl nicht mit einer Geheimnummer sichern.

Werbeplakat für Brilliantring

Auch bei diesem Plakat ist wohl in erster Linie das Geld von Männern gefragt. Ihnen wird halbwegs versprochen, Sie könnten etwa durch den Einsatz von 999 Euro für den Kauf eines Brilliantringes 'Herzen erobern', natürlich vorzugsweise die polsterlippiger Modells.

Werbeplakat für Brilliantring, Detail

Auf diesem Wege will das Unternehmen mit dem vielsagenden Namen schon seit fast 150 Jahren Glücksmomente für das menschliche Herz (siehe die deutlich sprechende Handgeste des Werbemodells) verkauft haben.

 


Dieses Glück kann der finanziell potente Mann (die vermögende Frau) auch rund um die Uhr selbstverständlich über das Internet erwerben.

Werbeplakat für Brilliantring, Detail

Bei dem genannten Preis muss der/ die KundIn (die Beschenkte) laut Kleingedruckten mit deutlichen Einschlüssen rechnen. Aber kann Glück für nur 1000 Euro schon lupenrein sein?

vgl.: Tür an Tür: Spielhalle & Schuldnerberatung

Bitte werfen Sie auch einen Blick auf Charlie Dittmeiers Bild eines protzigen Hauses in Phnom Penh, das den Geltungsdrang von reichen Leuten in einem bitterarmen Land zeigt.. Der Bericht datiert vom 4. Januar 2010. Der Link führt auf die letzte Notiz des Tagebuches. Bitte nach unten scrollen!
 
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