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Nr. 4/2012, Bremen, den 17.2.2012, Nr. 344,   10 Jahre kleinmexiko.de: Danksagung

Foto-Notizblock: Entgrenzung von Hausmüllmengen


        
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ALLTAG IN BREMEN
FOLGE 004-12:
FOTO- NOTIZBLOCK: ENTGRENZUNG VON HAUSMÜLL- MENGEN




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Dieses Foto habe ich am Anfang Januar morgens aufgenommen - mit meiner neuen, kleinen Digitalkamera, die ich jetzt fast immer mit mir führe.
 
Es zeigt ein Stilleben am Rande der Innenstadt und wurde aufgenommen an einem Tag, an dem in jenem Bezirk der Restmüll und Bioabfall abgeholt wurde. Der Abfall, der in diese sechs Restmülltonnen, gestopft worden war, überstieg die Grenze ihres Fassungsvermögens. Also wurde noch weiterer Müll in Plastiksäcken neben den Mülltonnen abgelegt. Dass die Tonnen überhaupt derart gefüllt werden konnten, lag daran, dass die Abfälle in Plastiksäcken verstaut wurden, die man über den Rand der Tonne hinaus aufhäufen konnte, ohne dass der Müll herausfiel. Der Deckel hielt die Säcke dann zusätzlich von oben fest. Auf dem Pflaster befand sich neben altem Laub auch noch weiterer Müll wie z.B. Zigaretten-Stummel.
 
Die Hauswand hinter den Tonnen ist in gewisser Weise auch überfüllt. Selbst das Schwarzweiß-Foto läßt erahnen, dass bei der Beschriftung der Wand verschiedene Urheber am Werk waren. Man erkennt unterschiedliche Farben und Schriftarten. Die Schriftzüge sind zum Teil von späteren Urhebern übermalt worden. Lediglich das Bild des Fuches, das wahrscheinlich mit einer Schablone aufgesprüht wurde, genoß einen gewissen Respekt: Es wurde nicht übermalt. Versuche, die Beschriftungen durch einen neuen Anstrich zu entfernen, waren nicht erkennbar.
 
Nun bin ich ein halbwegs diskreter Mensch und kein Müll-Inspektor. Deshalb habe ich den Inhalt dieser Mülltonnen vor Ort nicht einmal ansatzweise untersucht. Wenn ich mir das Foto aber genauer ansehe, habe ich Anlaß zu der Vermutung, dass auch Verpackungsmüll, der eigentlich für die sogenannten ‚Gelben Säcke' bestimmt ist, in die Restmülltonnen gewandert ist. Erst nach einer ganzen Weile ist mir aufgefallen, dass auf dem Bild keine Tonnen für Bioabfall zu sehen sind. Möglicherweise haben die Menschen, die diese Restmülltonnen befüllen, gar keine Tonnen für Bioabfall. Da ja aber in fast jedem Haushalt auch Abfall entsteht, der eigentlich für diese spezielle Tonne bestimmt ist, könnte auch Biomüll in die Restmülltonne gewandert sein.
 
Wenn ich mich mit einem Foto wie dem oben abgebildeten länger beschäftige, beginnt es, in mir zu ‚arbeiten'. Ich habe mich gefragt: Was könnte es für Gründe dafür geben, dass Menschen viele Dinge wegwerfen? Ich meine, eine mögliche Antwort in den Prospekten von Verbraucher-Märkten und Discountern gefunden zu haben, die mir schon allein durch die Tageszeitung in nicht gerade geringer Zahl ins Haus kommen. In einem solchen Prospekt lese ich zum Beispiel, dass ein Discounter zwei Salatgurken zum Preis von insgesamt 59 Euro-Cent anbietet. Eine Gurke kostet also knapp dreißig Euro-Cent. Das ist sehr billig. Da ist der Mensch vielleicht auch eher geneigt, eine halbe Gurke einfach wegzuwerfen, wenn sie im Kühlschrank schon ein wenig schrumpelig geworden ist.

Vgl. auch:

Entgrenzung von Hausmüllmengen: das Mülleimer-Deo

Vermüllung einer Grünfläche

Überlegungen zu 'billigen Hähnchenschenkeln'

Analyse der Deklarationen einer Packung mit 'Geschnetzeltes aus dem Schinken griechisch gewürzt'

 
Bitte werfen Sie auch einen Blick auf Charlie Dittmeiers kleinen Bericht über die Müllsammler in Kambodscha. Der Bericht datiert vom 14. Dezember 2010. Der Link führt auf die letzte Notiz des Tagebuches. Bitte nach unten scrollen!

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