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Nr. 12/2008, Bremen, den 12.6.2008, Nr. 262,  11 Jahre Jan Frey, Verlag: Danksagung

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Fürs Netz schreiben (23)
Writing for the web (23)  English version 

        
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Während der vergangenen Monate haben wir unsere gebrechliche Mutter in ihrem Haus gepflegt. Vor einigen Wochen ist sie ins Pflegeheim gegangen. Ende Mai haben wir ihren Haushalt auflösen müssen. Ich habe dabei einige Dinge gefunden, die für die Geschichte meiner Familie und auch für meine persönliche Entwicklung charakteristisch sind.
 
Ich hatte nie zuvor die Unterlagen über das Entnazifizierungverfahren meines Großvaters mütterlicherseits gesehen. Er war stellvertretender Propagandaleiter der NSDAP in unserem Dorf gewesen.
 
Entlassungsschein meines Großvaters
 
Bescheinigung, die mein Großvater nach seiner Entlassung aus dem Internierungslager erhielt. (Ausschnitt)
 
Er war deshalb nach Ende des zweiten Weltkrieges für ein halbes Jahr im ehemaligen Konzentrationslager Esterwegen interniert. Ich erinnere mich nur daran, dass er in seinen letzten Jahren in den Fünfziger- und Sechziger-Jahren ein alter, kranker, trauriger Mann war. Angesichts dieser Unterlagen ist mir klar geworden, warum ich mich als Autor immer von Parteien und von Mächtigen ferngehalten habe.
 
Federzeichnung aus dem Schulheft meines Vaters
 
Federzeichnung aus dem Schulheft meines Vaters
 
Ich fand eine andere sehr bemerkenswerte Sache, ein Schreibheft meines verstorbenen Vaters, Ahlrich Frey. Es enthält einen ausführlichen Bericht über einen zweitägigen Schulausflug in den Dreißiger Jahren. Er hatte den Bericht mit kindlichen, aber ebenfalls sehr detaillierten Federzeichnungen illustriert.
 
Klischee einer Geschäftsanzeige aus dem Nachlass meines Vaters
 
Klischee einer Geschäftsanzeige aus dem Nachlass meines Vaters (Detail)
 
Ich erinnere mich, dass mein Vater mir dieses Heft vor langer Zeit zeigte und sagte: ‚Ich wollte Journalist werden, aber ich hatte keine Möglichkeit, weil meine Eltern arme Leute waren. Aber das heißt jetzt nicht, dass ich möchte, dass Du Journalist wirst.'
 
Mein Vater war nach seiner Lehre jahrzehntelang Angestellter in einem Textilgeschäft in der nahegelegenen Kreisstadt. Ich fand in seinem Nachlass noch ein Klischee aus der Zeit des Bleisatzes. Das Klischee diente dazu eine kleine Anzeige jenes Textilgeschäftes in der Zeitung der Kleinstadt zu drucken. Aufgrund der heutigen technischen Möglichkeiten besitze ich eine kleine Website, auf der ich meine Texte und die Anzeigen von diversen Firmen veröffentlichen kann.

Fürs Netz schreiben (13)

Leserbrief von Ahlrich Frey (Sohn des Onkels meines Vaters) aus Leer

Bitte lesen Sie auch Charlie Dittmeiers Artikel über die Aufarbeitung der Roten-Khmer-Periode in Kambodscha.

Bitte beachten Sie auch die Informationen der internationalen Plakatgruppe Loesje, die junge Menschen in Europa und Asien zu Botschaftern der sogenannten UN-Milleniumsziele für Armutsbekämpfung ausbildet.

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Donnerstag, den 26.6.2008.


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