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Folge 12a/2005, Bremen, den 04.05.2005 (Nr. 186)  3 Jahre kleinmexiko.de: Danksagung

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25 000 Arbeitsplätze hat das Land Bremen im Sanierungszeitraum von 1994 bis 2004 verloren. Das geht aus aktuellen Zahlen des Bremer Senats hervor.
Weser-Kurier vom 4./5. Mai 2005

06.04.2005
Bremen hat ein Teilgebiet, dessen BewohnerInnen sagen 'Ich fahre in die Stadt', wenn sie nach Bremen in die City fahren. Dieser Teil von Bremen heißt allgemein 'Bremen Nord'. Und 'Fahren' heißt zum Beispiel, bis zu fünfundzwanzig Minuten in einem Vorortzug sitzen zu müssen, bis man den Bremer Hauptbahnhof erreicht hat. Unter den Ortteilen von Bremen Nord tritt vor allem Vegesack als Zentrum hervor.
 
Das Vegesacker Weserufer erhebt sich teilweise ziemlich steil über dem Fluß. Wenn man von der Uferpromenade hinaufsteigen will zu den zahlreichen Villen an der Oberkante des Steilufers, kommt man auf den Treppen im Sommer schon etwas ins Schwitzen. Villen und steile Abhänge sind für den Volksmund Grund genug, die Gegend als 'Bremische Schweiz' zu bezeichnen. Nach der Lektüre meines kleinen Berichtes mag man noch mehr Gründe dafür finden.
 
Ich kenne die Gegend 'ein bißchen'. Ich habe mehr als ein halbes Dutzend Jahre in einem kleinen Ingenieurbüro gearbeitet, das sich im Hause der Sparkasse in der Vegesacker Fußgängerzone angesiedelt hatte.
 
Vor ein paar Tagen mußte ich eine Fachärztin in Vegesack konsultieren. Nach dem Arztbesuch nehme ich mir Zeit für einen kleinen Bummel durch Vegesack. Ich suche 'natürlich' das Haus der Sparkasse auf. Das Ingenieurbüro ist längst nicht mehr dort, das weiß ich.
 
Aber als ich vor der Tür zum Treppenhaus des Geschäftshauses stehe, vergeht mir alle Lust zu nostalgischen Expeditionen. Vom Klingelbrett starrt mich das große, leblose Zyklopenauge einer Überwachungskamera an. Ein Feld mit Zahlentasten neben den Klingeln gibt dem Eingang den Charakter einer Tresortür. Bis auf eine Privatwohnung, die seinerzeit von einem Mitarbeiter des Ingenieurbüros belegt war, werden nun alle Büroräume auf drei Geschossen im Haus von der Sparkasse genutzt.
 
 

 
Heute ist der Zugang zum Treppenhaus mit Überwachungskamera und Zahlenschloß gesichert.
 
Ich schicke mich an, ein Foto vom Eingangsbereich zu machen. Dazu muß ich das Objektiv meiner Kamera austauschen. Ich lege meinen Rucksack auf einen Grabbeltisch des 1-Euro-Waren-Ladens der sich neben den Filialräumen der Sparkasse im Erdgeschoß befindet und hole das gewünschte Objektiv heraus.
 
Ich sehe, dass eine keineswegs ärmlich gekleidete ältere Dame mäßig beschleunigten Schrittes zur Kasse des Ladens geht. Ich höre, wie sie der Kassiererin mit einem Kopfnicken in meine Richtung sagt: 'Sie sollten sich mal um die Leute an den Tischen draußen kümmern.'
 
Dann schlendert sie wieder heraus. Als sie auf meiner Höhe ist, näselt sie - ganz Dame - hervor: 'Na, packen Sie ein?' Ich folge ihr und frage sie, was sie meine. Sichtlich kleiner geworden, stößt sie hervor: 'Ach, weiß ich auch nicht.'
 
Also mache ich das Foto vom Eingangsbereich. Ein Bankangestellter mit Anzug, Schlips und Kragen kommt vorbei. Ich bekomme von ihm eine Information bestätigt, die ich schon vorher in einem Geschäft in der Nähe erhalten habe: Die Sparkasse hat eine andere Filiale geschlossen und dafür hier die Kräfte gebündelt.
 
Die Aufschriften auf den Briefkästen neben der Tür verraten grob die Aktivitäten des Institutes: 'Filiale 54, Filiale Nord: Privat-/Firmenkunden und Vermögensmanagement' steht dort zu lesen. Vor dem Eingang zur Schalterhalle stoße ich noch auf ein Klappschild. Darauf steht der Spruch 'Bringen Sie Ihr Geld auf den richtigen Weg mit (es folgt die Bezeichnung einer Anlageempfehlung).'

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