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Nr. 13/2007, Bremen, den 2.8.2007, Nr. 241  10 Jahre Jan Frey, Verlag: Danksagung

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Plätze 13
Places (13)  English version 

        
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Die Leute kultivieren hier ihre Heimat, damit sie nicht so viel Heimweh haben.

Christine Cimbal-Marocke

Meine Frau und ich besuchten Ende Juli ein Einkaufszentrum in einem östlichen Vorort. Wir fuhren zum Einkaufszentrum mit einem ziemlich neuen Bus der städtischen Verkehrsbetriebe. Der Bus war in Polen gebaut worden.Wir wollten die Läden besuchen, in denen man russische und polnische Lebensmittel kaufen kann.
 
Der Laden mit russischen Lebensmitteln hatte einen Namen, in dem als fast rührend naive Eigenwerbung das Wort 'gut' vorkam. Es war offensichtlich kein Filialgeschäft, sondern eine Einzelfirma. Der Laden befand sich in einer großen, grauen, etwas schmucklosen Halle. Alles wirkte ein wenig improvisiert. Haftettiketten mit der Preisangabe waren auf die Waren geklebt. Hier und da hing ein handgeschriebenes Preisschild an den grauen Regalen.
 
Kassenbon
 
Kassenbon des russischen Lebensmittel-Ladens
 
Es gab vor allem ein überwältigend großes Angebot an Süßwaren. Ganze Regale waren voll mit Keksen verschiedendster Art. In der Nähe der Kasse gab es ein Regal mit mindestens zwei Dutzend Fächern, in denen verschiedene, einzeln eingewickelte Bonbons und kleine Süßigkeiten lagen.
 
Eine weitere große Warengruppe bildeten Konserven mit eingelegtem Gemüse, besonders Tomaten, Gurken und Krautsalate. Ebenso gab es Tomatensoßen in allen Variationen. Käse haben wir kaum gesehen, dafür aber jede Menge Würste, Fischkonserven und auch Speck. Zwei Kühltruhen enthielten fast nur Teigtaschen, die natürlich mit Fleisch gefüllt waren.
 
Eine große Zahl von Sorten von losem Tee und Tee in Beuteln wurden vorgehalten. Es gab kleine, mittlere und sehr große Packungen. Weiterhin sind uns neben den obligaten Wodka-Angebot die riesigen Zwei-Liter-Bierflaschen aufgefallen. Auch hier gab es etliche Sorten, unter anderem Flaschen im Design eines Feuerlöschers.
 
Hinter der schon nicht mehr ganz modernen Kasse saß ein rundlicher Herr mittlerern Alters. Er beantwortete freundlich unsere Fragen zu den angebotenen Produkten. Er schien auch sonst gern ein kleines Gespräch mit seinen Landsleuten zu führen.
 
Unser zweites Ziel war ein polnischer Supermarkt. Die beherrschende Farbe der Außenwerbung und der Inneneinrichtung war rot. Es gab eine moderne Scannerkasse, ein Transportband für die Waren und eine Videoüberwachung des Geschäfts. Die Preisauszeichnung befand sich an den Regalen. Das ganze Erscheinungsbild war das einer Filiale einer Handelskette.
 
Auch hier fiel uns das reiche Angebot an Süßigkeiten auf, insbesondere an Pralinen. Sie trugen zum Teil geschichtsträchtige Namen: 'Kazimierz Pulaski ( in Polen geborener Begründer der amerikanischen Kavallerie )oder 'Solidarnosc' (anti-kommunistische Gewerkschaft).
 
 
Blick auf die Passage eines Einkaufszentrums
 
Blick auf die Passage eines Einkaufszentrums
 
Besonders beliebt schienen bei den Kunden auch Tütensuppen und Puddingpulver zu sein. Statt Teigtaschen gab es hier in den Kühltruhen viele verschiedene Sorten von Knödeln, die mit Obst wie Erdbeeren und Pflaumen gefüllt waren.
 
Sehr groß war auch die Auswahl an alkoholfreien Erfrischungsgetränken. Bei den Alkoholika fanden wir eine Kuriosität: Es war eine große Wodka-Flasche, die die Gestalt eines Schnellfeuergewehrs hatte. Die Flasche befand sich in einer olivgrünen Waffenkiste. Obwohl die alkoholischen Getränken nicht die dominierende Warengruppe war, gab es an der Schaufensterfront eine große Außenwerbung für Bier und Wodka.
 
Eine wirklich dominierende Warengruppe stellten dagegen die Zeitungen und Zeitschriften in polnischer Sprache dar. Das war schon das Angebot eines kleinen Kiosks. Neuigkeiten wurden auch in Gespräch mit der Kassiererin und dem Ladenpersonal ausgetauscht.
 
Vorplatz eines Einkaufszentrums
 
Vorplatz eines Einkaufszentrums
 
Wir besuchten auch noch den Laden neben dem Supermarkt. Dort konnte man schlesische Wurstspezialitäten kaufen.

vgl.

Fundsachen (9) über Riesenbierflaschen

Reportage über türkischen Gemüsehändler

Interview mit türkischen Einwanderern

Werbung für türkische Lebensmittel

Plätze (19)

Bitte lesen Sie Charlie Dittmeiers Tagebucheintrag vom 25. November 2002 über einen kleinen Laden in Phnom Penh. Der Link führt auf die letzte Notiz des Jahres. Bitte nach unten scrollen!

Bitte beachten Sie auch die Informationen der internationalen Plakatgruppe Loesje, die junge Menschen in Europa und Asien zu Botschaftern der sogenannten UN-Milleniumsziele für Armutsbekämpfung ausbildet.

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Montag, den 20.8.2007

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