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Nr. 17/2011, Bremen, den 16.9.2011, Nr. 336,   14 Jahre Jan Frey, Verlag: Danksagung

Ein Werbeplakat einer Bank und seine Umgebung


        
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ALLTAG IN BREMEN
FOLGE 017-11:
EIN WERBEPLAKAT EINER BANK UND SEINE UMGEBUNG




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Ein Werbeplakat einer Bank und seine Umgebung in Bremen

'Das Protokoll muss für Sie eindeutig und verständlich sein. Unterschreiben Sie keine Kauforder, wenn Sie in Ihrem Protokoll nicht alles geprüft und verstanden haben. Lassen Sie sich im Zweifelsfall Zeit oder befragen Sie einen Dritten.'
Quelle: Finanzberatung: Was Sie beim Beratungsprotokoll beachten sollten (Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz)


In der letzten Woche war an sehr vielen Haltestellen in der Stadt ein Werbeplakat einer Bank zu sehen, das zwei leitende Angestellte einer regional verwurzelten Bank vor einer getäfelten Wand mit drei Uhren zeigte. Unter den Uhren stand 'New York', 'Tokio' und 'Bremen'. Ungefähr auf der Höhe der Knoten ihrer Krawatten war jeweils die Unterschrift der Herren, ihr Name und ihre Funktion bei der Bank wiedergegeben.
 
Unterhalb der Krawattenknoten befand sich ein weißes Feld. In diesem Feld stand der schöne Satz: 'Wir verkaufen nur, was wir auch verstehen.' Auf diesen Satz folgte die Frage 'Und Ihre Bank?' und in wesentlich kleinerer Schrift die Aufforderung 'Sprechen Sie mit uns.' Rechts unten in diesem Feld war schließlich noch das Logo der Bank abgebildet.
 
Stutzig gemacht hat mich an dem Plakat sofort die Aussage, dass die Bankangestellten versichern, nur etwas zu verkaufen, was sie selber auch auch verstehen. Wenn die Bank sich damit hervortun will, dass sie nur etwas verkauft, das ihre Angestellten auch verstehen, bestätigt dies gleichzeitig die inzwischen fast Gemeingut gewordene Erkenntnis, dass etliche sogenannte 'Produkte' von Banken inzwischen so kompliziert beschaffen sind, dass es schon hervorhebenswert ist, dass die Fachleute sie überhaupt verstehen.
 
Davon, dass der Kunde auch verstehen muss, was er kauft, ist nicht die Rede. Ebenfalls ist nicht ausdrücklich die Rede davon, dass die Berater den Kunden die Beschaffenheit der 'Produkte' transparent machen wird. Aber Transparenz für den Kunden ist ja gerade das, was zum Beispiel durch die Einführung von Beratungsprotokollen bei Finanzberatungsgesprächen erreicht werden soll. In diesem Zusammenhang ist ein weiteres werbliches Element interessant: Die Unterschriften beider Angestellten sind abgebildet. Unterschriften besiegeln immer etwas, was der/ die UnterzeichnerIn zu tun versprechen. Und was werden die Bankangestellten letztlich versprechen, nicht versprechen und halten?
 
Ein weiteres, wichtiges werbliches Element sind die abgebildeten Uhren: Sie verweisen darauf, dass auch die Bankangestellten mit Hilfe schneller, weltweiter Datenkommunikation handeln und verkaufen. Diese Rahmenbedingungen haben auch die Beschaffenheit der 'Produkte', mit denen Banken umgehen, komplexer gemacht.
 
Den größten Teil des oben abgebildeten Fotos nimmt eine Alltagswelt ein, die mir vertraut ist: der Fuß- und Fahrradweg vor der Kreuzung Stader Straße/ Bismarckstraße. Ich weiß, wohin die Straßen führen. Ich weiß, wie lang die Fahr- und Gehzeiten zu bestimmten Zielen dauern. Beim Discounter oder bei der Tankstelle an der Kreuzung bekomme ich für Bargeld Ware, die ich nach Hause tragen kann. Um hier als Konsument am Wirtschaftsleben teilnehmen zu können, brauche ich zunächst kein großes Vorstellungsvermögen. Alles geht dinglich und direkt vor sich. Ob ich mit dem Maß an Vorstellungsvermögen, das ich hier beim Einkauf brauche, auch erfolgreich sogenannte Finanzprodukte erwerben könnte, die hochgradig erklärungsbedürftig sind, steht dahin.

Bitte werfen Sie auch einen Blick auf:

Charlie Dittmeiers kleinen Bericht über eine Neuordnung des Bankenwesens in Kambodscha.Der Bericht datiert vom 18. April 2008. Der Link führt auf die letzte Notiz des Tagebuches. Bitte nach unten scrollen!

 
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Mittwoch, den 30.9.2011

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