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Folge 31/2002, Bremen, den 02.06.2002               Immer noch sehenswert: 'Linie 1'
        
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Oktober 2001: Der Knopfladen ist geschlossen.








Durch die Scheiben kann man noch die riesige Auswahl an Knöpfen bewundern.








April 2002: Die Neueröffnung wird angekündigt.









27.05.2002: Der Knopfladen hat ein neues Gesicht bekommen. Er steht jetzt der Kundschaft wieder offen.








Hanna Wanschura (links) gehört zu den ersten KundInnen von Ute Kraft. Frau Wanschura ist froh darüber, dass sie im Viertel wieder solche kleinen, aber oft unentbehrlichen Artikel wie Knöpfe oder Gummiband kaufen kann.
 
09.10.2001
Vor einigen Tagen hatte ich an einem kleinen Kurzwarenladen im Viertel einen Zettel gesehen, der die Kunden darüber informierte, dass die Inhaberin, die schon weit in den Achtzigern ist, wegen Krankheit das Geschäft vorübergehend geschlossen habe. Heute klebt an gleicher Stelle ein Zettel, der die Geschäftaufgabe aus Altersgründen bekanntgibt. Gleichzeitig werden Interessenten gesucht, die das Geschäft mit der Riesenmenge an Kurzwaren komplett kaufen wollen. Nachdem ich ein paar Fotos gemacht habe, kommt ein Geschäftsmann aus der Nachbarschaft, um den Zettel zu lesen. Er sagt mir, der Laden sei gut angenommen worden: `Das ging ja raus und rein.´ Er ist aber skeptisch, ob man davon leben könne. Es sei eigentlich schade, wenn ein solches Geschäft ersatzlos wegfalle, denn Bedarf habe es ja genug gegeben, zumal die Kaufhäuser ein solches Angebot nicht vorhielten.

April 2002
Die Tür und das Fenster des Laden sind mit braunem Packpapier zugeklebt. Auf dem Packpapier im Fenster kann man lesen: Im Mai eröffnet hier wieder ein Kurzwaren-Fachgeschäft. Ich kann ein gewisses Gefühl der Freude darüber nicht unterdrücken, dass dem Viertel ein Fachgeschäft erhalten bleibt.

27.Mai. 2002
Ich besuche den Laden am Morgen der Eröffnung: Hanna Wanschura, deren Familie schon lange im Steintor ansässig ist, gehört zu den ersten KundInnen von Ute Kraft (31). Frau Wanschura ist froh darüber, dass es wieder möglich ist, in diesem Laden im Viertel solche kleinen, aber oft unentbehrlichen Artikel wie Knöpfe oder Gummiband zu kaufen.

28.Mai 2002
Ich habe mich mit Ute Kraft in ihrem Laden verabredet. Sie will mir ein wenig darüber erzählen, warum sie diesen Laden mitsamt den Waren übernommen hat. Durch ihre Ausbildung und Berufserfahrung ist sie sehr gut auf ihre heutige, selbständige Tätigkeit vorbereitet: Nach einer Ausbildung zur Industrieschneiderin und zur Einzelhandelskauffrau hat sie über zehn Jahre in einem großen Bremer Kaufhaus gearbeitet: Anfangs war ihr Platz in der Stoffabteilung . Dann wurde sie Leiterin der Abteilung 'Kurzwaren und Tischwäsche' . Im Kaufhaus hatte sie im Dezember vergangenen Jahres von der Arbeitskollegin der Tochter der alten Dame erfahren, dass das Geschäft verkauft werden sollte. Die günstige Miete gab letztlich den Ausschlag, dass sie nicht nur die Waren, sondern das ganze Geschäft übernahm. Frau Kraft hat im wesentlichen das Sortiment des alten Ladens beibehalten, das vor allem aus Knöpfen, Wolle, Garnen, Aufnähern und sonstigen Kurzwaren bestand. Hinzugekommen ist eine Auswahl an Stoffen und Schnittmustern sowie ein Änderungsservice, der auch gerne von Männern in Anspruch genommen wird. Diese Näharbeiten erledigt Frau Kraft neben ihrer Verkauftätigkeit im Nebenraum des Ladens. Nach dem ersten Tag kann sie schon ein wenig abschätzen, wer ihre KundInnen sein werden: Studentinnen, Mütter, ältere Damen, aber auch gelegentlich Schneiderinnen, die hier ihr Material kaufen. Ein Drittel ihrer KundInnen verwenden nach der Einschätzung von Frau Kraft die eingekauften Artikel bei eigenen Näharbeiten. Der Zuspruch, den sie am ersten Tag erfahren hat, läßt sie hoffen, dass sie vielleicht schon bald (stundenweise) eine Mitarbeiterin beschäftigen kann.

01.06.2002
Ich versuche in Erfahrung zu bringen, wie lange Hildegard Meyer - so heißt die alte Dame - jenen Laden führte. Von ihrer Tochter erfahre ich, dass es über dreißig Jahre waren.


vgl.

Schuhe verkaufen

Schneisen 3

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Mittwoch, den 05.06.2002


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