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Folge 32a/2004, Bremen, den 24.09.2004 (Nr.164) 2 Jahre kleinmexiko.de: Danksagung
English summary                                  !!Neu!! Heft 4
        
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Ja, es war wie in einem richtigen Garten, der ein ganzes Tal mit seinem Zauber erfüllte. Alle meine Sorgen vergessend, wandelte ich ein wenig in diesem Tal und fühlte mich so recht als Herr und König meines Landes. Und hätte ich's mitnehmen und in England ausbreiten können, wäre ich ein gar stattlicher Lehensherr gewesen, so gut wie kein anderer.
 
Daniel Defoe: Robinson Crusoe

September 2004
Die gesamte Redaktion von Klein Mexiko und Katzenpost, also Christine Cimbal-Marocke, meine Lebensgefährtin, und ich, Jan Frey, waren zwei Wochen auf der ostfriesichen Insel Langeoog. Der gleichnamige einzige Ort auf der Insel besteht aus etwa tausend mehr oder weniger großen Häusern, die meistens aus Backstein gebaut sind. Sie enthalten neben Privatwohnungen Feriendomizile verschiedener Größe, die Jahr für Jahr Abertausende von Gästen aufnehmen. Natürlich gibt es auch Geschäfte, die sich zu vor allem an einer T-förmig angelegten Fußgängerzone konzentrieren. Dazu kommen verschiedene Kureinrichtungen.
 
Langeoog ist eine autofreie Insel, naja fast autofrei: Die Feuerwehr hat drei Wagen, der Rettungsdienst einen. Es gibt auch etwa noch ein halbes Dutzend Traktoren, die von Inselbauern und dem Strandmeister betrieben werden. Letzterer gebietet auch noch über drei Gabelstabler mit Verbrennungsmotoren. Schließlich haben wir noch einen Mopedfahrer gesehen, der nach Auskunft des Strandmeisters mit seinem Gefährt auf bestimmten Wegen zu seinem weit von Dorf und Hafen entfernten Zuhause fahren darf. Um solche entlegenen Häuser zu bedienen, darf die Post unter ähnlichen Bedingungen zwei Motorroller betreiben. Aber schon der Polizei sind nur Fahrräder zugebilligt worden.
 
Somit ist die Obrigkeit diesbezüglich nicht besser und nicht schlechter ausgestattet als ein Großteil der gemeinen BürgerInnen und Gäste. Noch in anderer Hinsicht wirkt die Vorherrschaft des Fahrrades gleichmacherisch. Die Menschen sind größtenteils auf den Drahtesel zurückgeworfen, ein Verkehrsmittel, das mehr zweckorientiert ist und weniger der Selbstdarstellung dient. Damit entfällt auch weitgehend die Möglichkeit, soziale Unterschiede über den fahrbaren Untersatz auszudrücken. (Andere Möglichkeiten, sich vor dem Nachbarn hervorzutun, bleiben natürlich unbenommen.)
 
Um Lasten zu transportieren oder auch eine zweite Person, muß zunächst noch nicht mal ein Anhänger her: Ich habe einen Klempner gesehen, der seinen schweren Werkzeugkoffer auf einer Pritsche über dem Vorderrad mitführte. Bei den zahlreichen Fahrradverleihen wird man auch das eine odere andere Tandem auftreiben.Es gibt auch Modelle zu bewundern, die statt eines Vorderrades einen rikschaartigen Sitz mit jeweils einem großen Rad rechts und links haben.
 

 

 
 

 
Schließlich haben wir auf einem Hof vierrädrige Gefährte mit zwei oder gar vier Sitzgelegenheiten gesehen, die nach der Art eines Kettkarts mit Pedal und Kette angetrieben wurden.
 
Wenn das nicht reicht oder zu unbequem oder unpraktisch ist, kommen Anhänger zum Einsatz. Da die Langeooger auch gerne Familien als Feriengäste haben, sieht man sehr häufig moderne, einachsige Anhänger mit Verdeck, mit denen die lieben Kleinen auch bei Schietwetter durch die Gegend gefahren werden können. Diese Wägelchen eignen sich natürlich auch dafür, den Einkauf gut geschützt ins Domizil zu bringen. Das alles geschieht, ohne Abgase und große Geräusche zu produzieren.
 
Erst bei den größeren, einachsigen Lastenanhängern etwa mit Holzpritsche fängt das Gepolter an, besonders wenn man sie beladen und mit hoher Geschwindigkeit über die meistens gepflasterten Wege und Straßen zieht. Diese ebenfalls schmucklos gebauten Anhänger ersetzen dem Insulaner regelmäßig den Kofferraum.
 
Diese Anhänger haben rechts und links von der Kupplung am Ende der Deichsel noch zwei Handgriffe. Man kann sie also als Fußgänger hinter sich herziehen. Nur für Fußgänger dagegen sind die beliebten zweiachsigen Bollerwagen bestimmt, mit deren Verleih auch da und dort eigens geworben wird.
 

 
Auf diesen oft bunten angemalten Holzwagen kann - je nach Größe - schon eine kleine Kindergartengruppe Platz finden. Wenn ein solcher Bollerwagen vorbeikommt, ist das Hauptgeräusch jedoch meistens nicht das Bollern, sondern das Geschnatter und die Begeisterungsrufe der Kinder.

English summary:
My lifetime companion Christine and I have visited the North sea island Langeoog for two weeks. There are no cars, but only bikes, electric cars and horse-drawn cariages. On this island it is very quiet. There are no parking problems and no traffic lights.

 
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vgl. auch:

Gehör finden 8

Schneisen (2)

Urlaubsbekanntschaften (Katzenpost)

Nächste Folge 'Alltag in Bremen':
Donnerstag, den 07.10.2004


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