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Folge 32b/2004, Bremen, den 24.09.2004 (Nr.164) 2 Jahre kleinmexiko.de: Danksagung
English summary                                  !!Neu!! Heft 4
        
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Eine große Stille lag auf dem Meer und der Friede, der von ihm ausging, brachte mich auf mancherlei Gedanken. Was ist die Erde und das Meer, wovon ich ein so großes Stück gesehen habe? Woher sind sie gekommen? Und was bin ich und überhaupt, was sind die Menschen und Vieh und alle Kreatur? Woher kommen sie?
 
Daniel Defoe: Robinson Crusoe

Der Bollerwagen für größere Gruppen und Erwachsenen ist die Ausflugskutsche mit Plane. Ihr Nähern kündigt sich durch das Hufgetrappel der Pferde an, das in dieser stillen Inselwelt schon ein markantes Signal ist. Und gerade auf den langen backsteingepflasterten Straßen außerhalb des Ortes wird das zaghaft durch die Ritzen sprießende Grün immer wieder einmal durch Pferdeäpfel gedüngt. An solche Kutschen wird gelegenlich noch ein kleines Wägelchen von der Art eines Fahrradanhängers angekuppelt, der beispielsweise einige kleinere Lasten mitnehmen kann.
 

 
Bei den gängigen Transportern für schwerere und sperrigere Lasten wird die Leistung jedoch nicht in PS, sondern in KW gemessen: Es sind Elektrokarren, die etwa die Größe der kleinsten Transporter haben, die mit Verbrennungsmotoren gebaut werden. Äußerlich sind sie aber viel schlichter als jene Autos. Sie bestehen aus einer schmucklosen, schmalen quaderförmigen Fahrerkabine mit einer meistens offenen, rechteckigen Ladefläche dahinter. Die Außenflächen von Kabine und Pritschenwänden sind manchmal mit Werbung beklebt.
 
Die Elektromotoren sind keineswegs geräuschlos: Sie erzeugen ein leichtes Heulen, das aber hinter dem Betriebsgeräusch entsprechender Autos weit zurückbleibt. Deshalb liegt der Verkehrslärm auch nicht wie eine Glocke über dem Ort. Blätter- und Meeresrauschen werden nicht übertönt. Da sie aber in der Hauptsache auf Lastentransport ausgelegt sind, verleihen sie dem Gefährt zwar große Zugkraft, aber keine rasante Geschwindigkeit. Sie bewegen gelegentlich Anhänger, die etliches größer sind als der Elektrokarren selber.
 
Abends verschwinden die Lastkarren in den Garagen der Firmen, die sie betreiben. Lastenkarren sind keine Privatwagen, erst recht nicht für den individuellen Personenverkehr. Vollgeparkte Straßenränder wie in einer Großstadt gibt es nicht. Die relativ geringe Zahl der Lastenkarren und ihre vergleichsweise niedrige Geschwindigkeit lassen Ampeln und Verkehrschilder überflüssig werden.
 
Die wenigen Verkehrsschilder und Fahrbahnmarkierungen, die mir aufgefallen sind, regeln den räumlichen und zeitlichen Fluß der Unmengen von Fahrrädern. Am Beginn eines etwas schmaleren gepflasterten Weges, der mitten durch die Dünen führte, fand ich ein Schild 'Nur für einspurige Fahrräder'. Im Ort selbst sind im belebten Bereich um die Kureinrichtungen herum Fußgänger- und Radfahrerwege durch Markierungen ausgewiesen und getrennt
 
 

 
Das wichtigste Verkehrmittel für die Insel ist jedoch das Schiff. Die großen Fähren stellen für Gäste und Bewohner die wichtigste Verbindung zwischen der Insel und dem Hafen Bensersiel auf dem Festland dar. Ein halbes Dutzend mal pro Tag fahren im Sommer Schiffe nach einem tideunabhängigen Fahrplan zwischen Insel und Küste hin und her. Außerdem bringen reine Frachtschiffe unter anderem kleine Roll-Container mit Versorungsgütern in den Inselhafen, in dem natürlich auch private Segelschiffe liegen.
 
Der Inselhafen liegt ein paar Kiliometer außerhalb des Ortes. Die Verbindung schafft seit über hundert Jahren eine Schmalspurbahn. Die noch relativ neuen, im nostalgischen Stil gehaltenen Waggons mit Holzbänken und Plattform legen den Weg in gemächlichem Tempo zurück. Die roten Loks erinnern von der Form her ein wenig an die historischen 'Krokodil'-Modelle. Die Endstation im Ort ist ein richtiger Bahnhof , der jeder Kleinstadt Ehre machen würde. Er umfaßt auch einen Güterbahnhof sowie einen Inselbahn-Betriebshof.
 
Schließlich hat Langeoog sogar einen kleinen Flughafen. Er umfaßt einen Kontrollturm und ein Flughafencafé. Nach der etwas launigen Auskunftes des Wirtes landen dort zwischen null und hundert Flugzeugen täglich. Bei unserem Besuch standen sechs einmotorige Kleinflugzeuge am Rand des Rollfeldes. Wir haben in der Nähe des Flughafens gewohnt. Dauernder Fluglärm ist uns nicht aufgefallen. Ich erinnere mich nur an ein oder zwei Gelegenheiten, bei denen ich startende oder landende Flugzeuge gehört habe.
 
Viel öfter drang dagegen das Signal eines abfahrenden Zuges zu unserer winzigen, aber gemütlichen Dachwohnung durch. Bei günstigem Wind wehten sogar die Durchsagen vom Bahnhof zu uns herüber. Nach erholsamen vierzehn Tagen in ungewohnt stiller Umgebung hieß es dann auch für uns: 'Bitte einsteigen! Vorsicht bei der Abfahrt!'

English summary:
My lifetime companion Christine and I have visited the North sea island Langeoog for two weeks. There are no cars, but only bikes, electric cars and horse-drawn cariages. On this island it is very quiet. There are no parking problems and no traffic lights.

 
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vgl. auch:

Gehör finden 8

Schneisen (2)

Urlaubsbekanntschaften (Katzenpost)

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Donnerstag, den 07.10.2004


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