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Folge 33/2003, Bremen, den 10.07.2003 (Nr.112)   1 Jahr kleinmexiko.de: Danksagung


Treppenhäuser (2)
 

        
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Fast wie das Innere eines Turms erscheint dieses Treppenhaus in einem Geschäftsgebäude etwa aus den 70ger oder 80ger Jahren des 20. Jahrhunderts.



 
Ein Treppenhaus in einem Wohnblock etwa aus den 60ger Jahren gibt kaum einen Blick von unten nach oben frei.



 
Kleines Wohnhaus etwa von der Wende 19. zum 20. Jahrhundert: Trotz der Enge ist ein 'Durchblick' möglich.

 
Bremen, diverse Stadtteile

Die Fotos dieser Kolumne zeigen etwas völlig Alltägliches, nämlich Treppenhäuser in mehrstöckigen Häusern. Ungewöhnlich ist die Perspektive: Ich habe aus dem Keller oder Erdgeschoß durch den mehr oder weniger lichten Raum zwischen den Treppen und Etagen hindurch ein Foto 'von ganz unten nach ganz oben' geschossen.
 
Das Treppenhaus des Geschäftsgebäudes gibt den Durchblick auf alle Etagen frei. Es teilt in seiner architektonischen Sprache den BesucherInnen die Größe des Hauses mit. Der Blick 'verliert' sich in einer fast beängstigenden Tiefe. Dieser Effekt wird unter anderem dadurch erreicht, dass dem Auge kein Anhaltspunkt für die Differenzierung nach Treppenabsätzen und Etagen geboten wird. Die Absätze gleichen einander wie eine Münze einer anderen. Auch farblich sind die Stockwerke nicht unterschieden, sondern 'rein weiß'.
 
Auf andere Weise beengstigend ist der Blick in dieses Blocks: Die Aufstiege sind so eng aneinander vorbeigeführt, dass nur ein ganz schmaler direkter Sichtschacht nach oben freigegeben ist. Jede Etage ist 'für sich'. Man ahnt aus dieser Perspektive dennoch, dass alle Absätze prinzipiell gleich schmucklos und 'funktional' sind. Gegenüber der auch nicht gerade ausschweifende Weiten des Raumes im Geschäftsgebäude ist hier alles zusammengedrückt und in der Enge auch bedrückend. Man ahnt hier die Vereinzelung jeder Etage und als psychologische Folge der Enge den Rückzug der Bewohner in die Vereinzelung. Hier wird kein 'repräsentatives' Element in der Architektursprache sichtbar wie im Geschäftsgebäude.
 
Das Jahrhundertwende-Wohnhaus ist auch eng. Aber es ist doch soviel Platz zwischen den Aufgängen, dass man 'im Durchblick' die Etagen identifizieren kann. Das Identifizieren wird auch durch einen kleinen Versatz erleichtert. Die schlichten Ornamente am Fuß des Geländers führen und erfreuen das Auge ebenso wie die geschwungene Linienführung. Der Geländerpfosten ist ebenfalls verziert. Hier herrscht Holz als Material vor, nicht Beton, Stein oder Eisen. Dadurch entsteht eine lebendigere Atmosphäre.

vgl. auch

Wieder besucht 15

Fassaden 1

Eingang von Haus in Tenever und Klein Mexiko

Treppenhäuser (1)

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Donnerstag, den 17.07.2003


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