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Folge 39/2002, Bremen, den 02.07.2002          Immer noch sehenswert: 'Linie 1'

Ohne Zäune (1)
 

        
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Klein Mexiko verläßt heute die Landesgrenzen, um in Lilienthal die 'Ökologische Siedlung' zu besuchen.

 
Sie liegt auf dem 3,5 Hektar großen Areal Heidloge/ Ossenhöfe in der Nähe der Bushaltestelle Danziger Straße.

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Anneliese Sahr, die für das Projekt die Öffentlichkeitsarbeit macht, zeigt mir ein Modell der Siedlung (Bild oben). Seit dem Baubeginn 1997 sind etwa die Hälfte der geplanten 80 Häuser realisiert worden. Sie befinden sich hauptsächlich in der linken Hälfte des Modells.Nach dem Modell schaue ich mir die Realität an: Brachflächen, Baustellen und Provisorien wechseln mit Flächen, die schon voll ausgestaltet sind. Die Siedlung ist in neun Häusergruppen, die sogenannten Baufenster, aufgeteilt. Je vier Häusergruppen liegen rechts und links von der Hauptstraße der Siedlung, der Peter-Sonnenschein-Strasse, einer verkehrsfreien Wohn- und Spielstraße. Ein Baufenster liegt an einer Strasse, die von der Peter-Sonnenschein-Straße abzweigt(Im Modell ist das der linke Komplex). Alle Häusergruppen werden jeweils von einem/er Architekten/in oder einem Architektenteam geplant. Sie unterscheiden sich unter anderem in der Gestaltung, dem Preis und der Wahl der Baumaterialien (z.B. Steinhaus oder Holzhaus).



Im Baufenster, das ich zuerst aufsuche, steht ein Haus (Bild oben), das einmal von fünf Parteien, hauptsächlich Einzelpersonen, bewohnt werden soll. Es ist im unteren Teil in Steinbauweise und im oberen in Holzbauweise errichtet. Am Mittelteil des Hauses steht noch ein Gerüst. Die verwendeten Materialien sind nach baubiologischen und ökologischen Kriterien ausgewählt. So wurde bei allen Häusern auf gute Wärmedämmung mit möglichst ökologischem Isoliermaterial Wert gelegt. Die Holzverschalung aus Lärchenholz hält sehr lange, da sie hinterlüftet ist und kein Feuchtestau entstehen kann. In Skandinavien - klärt mich Frau Sahr auf - gibt es Holzhäuser die 300 Jahre alt sind Die Flächen um das Haus herum sind teilweise schon bepflanzt, teilweise liegen sie noch brach. Auf der Brachfläche soll vis-à-vis ein zweites, ähnliches Haus errichtet werden. Zwischen beiden Gebäuden wird eine Art Hof entstehen, der gemeinschaftlich genutzt werden kann.

 


Ich gehe weiter zu einem etwa halbkreisförmigen Platz (Bild oben), der den Eingang der Siedlung markiert. Die Hälfte der dortigen sechs Bauplätze, also ein Viertelkreis, ist bebaut. Ich komme mit Cornelia Franke ins Gespräch. Sie bewohnt mit ihrem erwachsenen Sohn das linke der drei Häuser. Das Haus ist ebenfalls ihr Arbeitsplatz: Frau Franke ist Musiklehrerin. Sie erzählt mir, dass die einzige wirklich vorgegebene Planungsgröße für die Häuser die Breiteund die Lage war. Die Wohnfläche konnte auf der Basis einer Holzständerkonstruktion von den BesitzerInnen entsprechend ihren Bedürfnissen aufgeteilt und gestaltet werden. So haben alle drei Häuser ein individuelles Gesicht. Frau Franke und ihr Sohn haben ca. 100 qm Wohnfläche zur Verfügung.



Ich darf einen Blick in das Haus werfen. Unten befindet sich ein großes Wohnzimmer (Bild oben) und die Küche, oben das Zimmer des Sohnes und das Schlafzimmer der Mutter. Wie bei den allen Häusern (bis auf zwei Ausnahmen) erfolgt die Heizung und Warmwasserbereitung durch Fernwärme. Das Regenwasser wird als Brauchwasser gesammelt und als Toilettenspülwasser genutzt.

Durch eine Tür gelangt man vom Wohnzimmer in einen zaunlosen Innenhof (Bild oben), der durch die Nachbarbebauung entsteht. Hier ist schon spürbar, dass sich die Bewohner der Siedlung viel miteinander abstimmen müssen, etwa über die Gestaltung solcher Innenhöfe. Da gibt es viele Fragen, die abgestimmt und ausdiskutiert werden müssen.


Teil 2

vgl. auch:
Schnittstellen 2

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Sonntag, den 07.07.2002


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