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Folge 41/2004, Bremen, den 16.12.2004 (Nr. 173)   2 Jahre kleinmexiko.de: Danksagung
English summary       Lesenswert: Gedanken über's blogging von Chirayu Parikh, Pune
!!!Nächste Folge wg. technischer Probleme im Laufe der 53. Woche!!!

Fürs Netz schreiben (14)

 Writing for the web (14)  English summary 

        
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Dezember 2004
Im August hatte ich in der Kolumne Ohne Nachrichten 15 angekündigt, dass ich mich im Internet nach ähnlichen Projekten wie kleinmexiko.de umschauen wolle. Für eine solche Suche gibt es viele Gründe: kleinmexiko.de ist ein Wahrnehmungsprojekt mit dem inhaltlichen Schwerpunkt 'Städtische Umwelt'. Daher möchte es auch Möglichkeiten eröffnen, Dokumente von Stadt- Wahrnehmung jenseits der Landesgrenzen zugänglich zu machen. Dazu bietet das Internet Möglichkeiten, die bisher nicht gegeben waren.
 
Um es kurz zu machen: Die Suche nach einem vergleichbaren Projekt auf einem anderen Kontinent vorzugsweise in Afrika, Asien oder Lateinamerika war bisher nicht sonderlich erfolgreich. 'Unterwegs' bin ich jedoch mit dem Chirayu Parikh in Pune (Poona)/ Indien in Kontakt gekommen. Eine erste Frucht des Korrespondierens ist es, dass Chirayu Parikh per Link gelegentlich auf meine Artikel verweist verweist und ich per Link auf Eintragungen in seinem Blog. Die Verkehrsprache ist natürlich Englisch. Das Schreiben und Lesen wird für mich dadurch zwar mühsamer. Aber das damit verbundene Lernen ist auch eine Bereicherung meines doch recht beschränkten Weltbildes.
 

 
Aber ich lerne nicht nur mehr Englisch. Ich lerne auch auch etwas über meine Art des Veröffentlichens: Das Schreiben über Stadtansichten, wie es in kleinmexiko.de zelebriert wird, wird durch Vergleiche mit anderen Schreibweisen etwa in blogs relativiert. Von den Inhalten mal ganz zu schweigen. kleinmexiko.de ist schon vom Erscheinungsbild her eng an die gedruckte Zeitung alten Stils angelehnt: Am deutlichsten wird das im Zwei-Spalten-Satz.
 
Die Schreibweise scheint zunächst fast 'klassisch' journalistisch. Es werden Fakten und Bilder präsentiert. Die Ich-Form ist im klassischen Journalismus weitgehend verpönt. Dadurch dass man sie meidet, gaukelt man dem Leser vor, es gebe kein Ich, das hinter der Schreibe stehe. Dieses Versteckspiel mit dem Ich mache ich allerdings nicht mit. Es wäre bei einer Ein-Mann-Redaktion auch lächerlich. Die persönliche Meinung des Autors (oder seines Verlegers) ist in der klassischen Zeitung dem Kommentar vorbehalten. Den klassischen Kommentar gibt es in kleinmexiko.de wenig. Das täuscht aber nur darüber hinweg, dass sich schon in der Auswahl der Themen meine persönliche Sichtweise auf meine städtische Umwelt niederschlägt.
 
Aber es gibt natürlich die Kommentare der LeserInnen: 23 an der Zahl verteilt auf 36 Monate und 9 Personen. Leserbriefe durchlaufen den 'klassischen' Weg. Sie gehen bei der Redaktion ein. Sie werden dort zunächst gelesen.Und wenn nicht ganz schwerwiegende Bedenken gegen ihre Veröffentlichung sprechen, werden sie auf einer gesonderten Leserbriefseite publiziert. Wenn sich die Zuschriften auf bestimmte Artikel beziehen, wird unter den Artikel ein Link auf den Leserbrief gestellt.
 
Ich habe mir die Online-Ausgabe von Indian Express, einer Zeitung , die auch in Pune erscheint, angesehen. Der Umgang mit den Leserbriefen entspricht ungefähr dem in kleinmexiko.de angewendeten Verfahren. Unter den Artikeln im Indian Express wird man aber noch zusätzlich durch einen Hinweis ermutigt, seinen Kommentar abzugeben.
 
In den Online-Ausgaben vieler deutscher Zeitungen ist dieser Hinweis auch vorhanden. Die Leserbriefe erscheinen dann nach der Prüfung durch die Redaktion auch auf einer gesonderten Leserbriefseite. Unter den Artikeln selbst findet man aber keinen Hinweis auf eventuell vorhandene Kommentare. Das mag einerseits damit zusammenhängen, dass es schwierig ist, Leserbriefe noch an dem Tag zu veröffentlichen, an dem der kommentierte Artikel erscheint. Manche Zeitungen haben auch nur ein (zeitlich) sehr begrenztes oder gar kein Online-Archiv. Dann sind Artikel, die kommentiert worden sind, bald nicht mehr direkt online zugänglich.
 

 
Direkter funktioniert das Kommentieren in vielen blogs. Dort kann der/die Leserin einen Kommentar senden, der sofort im blog angezeigt wird. Das führt dazu, dass sich zu einzelnen blog-Einträge mehrere Diskussionsbeiträge ansammeln. Diese Beiträge können sich natürlich auch aufeinander beziehen und eine Diskussion abbilden.
 
Nun ist kleinmexiko.de auch kein Medium, das auf den ersten Blick Thesen und Meinungen vertritt, die aufgeregte Diskussionen lostreten. Eher will es schon die LeserInnen anregen, in ihrer Umwelt genauer hinzusehen. Und Stoff für eigene Artikel zu sammeln, die sie vielleicht nur im Kopf schreiben.
 
Lesen Sie auch, was Chirayu Prarikh über seine Motive schreibt, ein blog zu führen: Why do I blog? My thoughts on blogging
 
Auch ein Blick in den Indian Express lohnt sich - nicht nur um festzustellen, wie dort mit Leserbriefen verfahren wird. English summary:
In August I started to search for projects similar to kleinmexiko.de. But until now the results have been lean. But on my way through the web I met Chirayu Parikh. He lives in Pune (Poona), India. He writes an online diary, a blog. He occasionally lays a link from his blog to my website. I occasionaly lay a link from my website to his blog. It's a little collaborative writing project.
 
During my journey through the web I got to know different kinds of writing. Now I am more able to describe my kind of writing. kleinmexiko.de is composed as a newspaper with two columns. The writing seems to be journalistic. kleinmexiko.de presents facts and pictures. But I always write in the first person. And that's not the classical journalistic style. But an article written in the first person does not deny, that each writing is subjective. I write on perception of urban environment. Already my choice of topics is subjective: I wrote more articles about poor people than articles about the rich.
 

 
I don't distinguish between account and commentary. I try to write no explicite commentaries. But my readers write comments. I read them and put them on my page 'letters to the editor'. And I lay a link from the article to the letterpage. This procedure I also found in Indian newspapers, for example Indian Express. German newspapers also have letterpages, but they rarely lay links from the article to the letter. In blogs you often can publish your comment automatically.
 
Please read also Chirayu Parikh's article Why do I blog? My thoughts on blogging.
 
For European people also worth reading: Indian Express

Please read also 'writing for the web (15)'

 
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