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Folge 63/2002, Bremen, den 09.10.2002      Weiterhin lesenswert: 'Bahnhofsmission'
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Das eigene Gesicht ist ein alltäglicher Anblick. Nicht so alltäglich ist der Rückblick auf die Geschichte des eigenen Gesichtes. So sah ich vor ziemlich genau dreißig Jahren aus. Mein damaliges Gesicht ist heute für mich das eines fremden Menschen. Das einzige, was ich vielleicht noch wiedererkenne: das Beobachtende im Blick des Jan Frey von damals. Ansonsten kann ich das Gesicht nur noch wie das eines Fremden beschreiben. Um den Mund dieses Menschen liegt Traurigkeit, aber auch ein wenig Rebellion. Zeichen von Lebensfreude kann ich nicht entdecken. Ich meine, Verletzlichkeit zu ahnen. Da schaut mich kein Mensch an, der anderen nahe kommen will. Das Gesicht ist (noch) nicht sehr männlich ausgeprägt. Das Leben hat noch nicht so viele verschiedene Spuren hinterlassen, dass man eine Geschichte im Gesicht lesen könnte.
 


Der mir bekannte Jan Frey von heute schaut mich an. Das Beobachtende im Blick ist geblieben. Dazu hat sich eine gewisse Neugier und Zugewandtheit gesellt. Ich meine, auch noch einen Anflug von Lust an der Auseinandersetzung und auch eine Spur Skepsis zu registrieren. Trotz des ernsten und konzentrierten Blickes kann ich mir diesen Menschen auch fröhlich vorstellen. Es liegt eine leichte Gespanntheit, aber auch Festigkeit im Ausdruck, die eine gewisse (kommende) Aktivität ahnen lassen. Dieser Mensch ist nicht mehr so formbar und flexibel wie ein Jugendlicher. Man spürt jetzt auch, dass dieser Mensch schon durch einiges hindurch gegangen ist. Er hat jetzt eine Geschichte. Das Gesicht ist etwas eckiger und (z.B. durch den Bart) männlicher geworden.


vgl. auch: Fragen an die rechte/ linke Hand

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