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Folge 67b/2002, Bremen, den 28.10.2002
!!Nächste Folge am Mittwoch, den 06.11.2002!!

Schneisen (5 b)
 

        
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noch 24.10.2002
Ich treffe Renate und Karl-Heinz Losch an einem Schuppen auf ihrer Pferdewiese. Karl-Heinz Losch ist noch bei den Sathlwerken beschäftigt bis zum Februar 2003. Dann ist er im Ruhestand. Die beiden laden Gerüstmaterial ab. Ich kann mich zunächst kaum verständlich machen, da lautes Motorengebrumm die Stimme übertönt.


Renate und Karl-Heinz Losch in ihrem Reich zwischen Schuppen und Stallungen.

Nachdem der Motor abgestellt ist, erzählen mir die beiden: Sie haben seit etwa 20 Jahren ein großes Areal von etwa 17 000 qm gepachtet. Auf diesem Gelände leben vier Pferde. Jedes hat seinen eigenen Stall. Renate Losch reitet seit 25 Jahren. Ihr gehören ein braunes Pferd und ein Rappe. Ein Schimmel und ein weiteres braunes Pferd gehören Nachbarn.
Aber auch das Ehepaar Losch fürchtet, dass ihrer Idylle das Ende durch den Autobahnbau droht. Renate Losch sagt mit etwas Wehmut in der Stimme, dass sie ihre Pferde dann eben bei einem Bauern unterbringen müsse. Aber auch für das Enkelkind, das ebenfalls sehr gerne reite, wäre diese Vertreibung aus dem Paradies bitter.


Verlassene liebste Kinder am Rand der Hüttenstraße: Ein alter Wohnwagen, ein rostiger Kombi.

Ich verabschiede mich und fahre die Straße weiter hinunter. An vielen Stellen sehe ich Zeichen des Aufgebens. Auf und an einem Grundstück liegt Sperrmüll herum. Am Straßenrand steht ein mit Patina überzogener Wohnwagen. Wenige Meter weiter rostet ein kleiner Kombiwagen ohne Nummernschild vor sich hin.


Brachflächen an der Hüttenstraße

Doch auch der Grund und Boden an der Straße sieht teilweise trostlos aus. Zwischen den (noch?) bewohnten oder (schon?) leerstehenden Häuser erstrecken sich längere Brachflächen, die zum Teil hüfthoch mit Gras und wildem Kraut bewachsen sind.


Die letzten Wohnhäuser an der Hüttenstraße

Kurz vor dem Tor 2 der Stahlwerke endet der bewohnte Teil der Hüttenstraße. Die Straße führt nach einer Kurve weiter in das umliegende Gewerbegebiet. Die letzten Häuser kurz vor der Kurve wirken verlassen. Die meisten Rolläden sind heruntergelassen. Die wenigen Gardinen, die man noch sieht, sind verblichen.
Auf dem Rückweg gehe ich noch einmal bei den Loschs vorbei. Karl-Heinz Losch bestätigt meine Vermutung, dass die letzten Häuser oben an der Straße leerstehen.

 

Ein der Pferdewiese benachbartes Haus (im Hintergrund) steht leer.

Auch das Haus nächst ihrer Wiese steht seit kurzem leer. Es soll abgerissen werden. Der Strom ist dort schon abgeschaltet. Diese Maßnahme betrifft auch die Loschs. Sie hatten bisher im Bedarfsfall den Stromanschluß des Hauses genutzt. Jetzt müssen sie sich mit einem kraftstoffbetriebenen Generator behelfen, dessen Motor bei meinem ersten Besuch mit seinem Lärm die Unterhaltung behinderte.


Der kahle Baum genau in der Bildmitte markiert den Eingang des Tunnels nach dem Planungsstand, der Karl-Heinz Losch bekannt ist.

Karl-Heinz Losch führt mich an den Zaun einer großen Pferdekoppel und zeigt auf einen kahlen Baum, der in einiger Entfernung am Rande der Weide steht. Dort, wo dieser Baum stehe, solle der Autobahn-Tunnel beginnen, wenn die Pläne nicht schon wieder geändert seien.

25.10.2002
Ich erkundige mich im Referat 41 (Bodenschutz) beim Senator für Bau und Umweltschutz nach dem Status des Sanierungsgeländes auf der linken Seite der Hüttenstraße. Ich erfahre, dass der nördliche Teil des Geländes zwischen Ölhafen und der Straße 'Beim Industriehafen' schon vor dem zweiten Weltkrieg als Raffineriestandort genutzt wurde. Der südliche Teil sei nach dem Kriege lange Zeit ein Großtanklager-Gelände gewesen. Beide Areale seien mit Hinterlassenschaften dieser industiellen Produktion verseucht. Die Sanierung sei im Gange, werde aber durch zahlreiche zu beseitigende Blindgänger erheblich erschwert.
Meine Fragen zum Autobahnbau werden bei der Bremer Gesellschaft für Projektmanagement im Verkehrswegebau m.b.H., kurz GVP, beantwortet. Diese Gesellschaft plant den Bau dieser Autobahn im Auftrage der Stadt. Die Autobahn 281 soll die Weser mittels eines Tunnels queren. Der Bau soll ca. im Jahre 2010 fertiggestellt sein. Der genaue Verlauf steht noch nicht fest. Die Hüttenstraße wird aber - so die offizielle Auskunft - 'stark betroffen' sein.



vergleiche auch:
Schneisen (1)
Schneisen (2)
Schneisen (3)
Schneisen (4)

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!!Mittwoch, den 06.11.2002!!


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