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Folge 70/2002, Bremen, den 17.11.2002
        
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Die Werbung bedient sich oft der Alltagsprache. Ihre Aussagen kommen so direkter an. Nachrichten und Schlagzeilen teilen oft etwas über den Alltag in unserem Land mit. Da ist es naheliegend, die Alltagssprache, die als Instrument dient, den Nachrichten über den Alltag gegenüberzustellen. Fast alle Beispiele stammen aus jüngster Zeit. Die Nachrichten und Schlagzeilen sind nicht wörtlich, sondern sinngemäß wiedergegeben.

 

Neueste Nachrichten wie in vorigen Jahrhunderten als Plakate? Vielleicht sähen wir dann klarer!
        
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Beherrscht sämtliche Stellungen, preist ein Monitor-Hersteller sein Produkt in einer Zeitschrift an. Ein paar Seiten vorher erfährt man davon, dass für das montägliche Nacktprogramm eines Privatsenders die Zuschauerzahlen sprunghaft angestiegen sind.

Eine Brauerei wagt auf einem Plakat eine Wintervorhersage: Der Winter wird frisch! Frisch, nicht kalt!! Wer wollte noch behaupten, dass Werbung lügt. Denn der Beilage einer Tageszeitung entnehme ich: Ein Fachmann sagt, dass der Klimawandel unbestreitbar ist.

Ein Kosmetikartikel wird als Volltreffer gegen Fältchen und Pigmentflecken bezeichnet. Aus einer fast zeitgleich erschienenen Zeitschrift erfahre ich Details über den Aufmarsch am Golf.

Die Sparkassen verkünden: Angestellter zu sein ist gut. Angestellte zu haben ist besser. Eine Zeitschrift zitiert dieser Tage einen Manager der Reisebranche mit den Worten, dass auch im Touristik-Bereich Personalabbau nötig sei.

Eine Versicherung empfiehlt: Sparen Sie nicht an Ihrer Versicherung. Sparen Sie am Preis. Derweil lese ich in einer Zeitschrift, dass die Preise steigen. So wundert es mich nicht, dass eigentlich nur noch Träume zu verschenken sind. Dieses Geschenk jedenfalls legt ein Kinobetreiber dem Passanten nahe, der an seinen Werbeplakaten vorbeikommt.

 
Seien Sie Herr der Lage! Diesem Befehl soll der Mensch Folge leisten können, wenn er/sie sich Reifen eines bestimmten Herstellers zulegt. In einer Zeitschrift lese ich unter dem Stichwort Terroralarm, dass Katastrophen-Schützer glauben, sie seien für den Fall eines Angriffs schlecht präpariert.

Stellen Sie Ansprüche, ermutigen uns die Herausgeber einer Fernsehzeitschrift in der Werbung für Ihr Produkt. Für lebenswichtige Dinge wie ärztliche Versorgung wirft eine Zeitschrift die Frage auf, wie viel Gesundheit wir uns noch leisten können?

In einer etwas älteren Zeitschrift behauptet ein Automobilhersteller in seiner Werbung: Jeder träumt von einem Angebot, das man nicht ausschlagen kann. Am 15.11. lese ich auf der Nachrichten-Website eines Radiosenders, dass im Tarifstreit im öffentlichen Dienst kein Angebot der Arbeitgeber vorliege.

Nach all diesen Vergleichen kann ich gut verstehen, dass die Welt sich sehnt nach Leidenschaft und Authentizität ohne Kompromisse, die der Mensch laut einem Plakat bei den Darbietungen eines Musikers erleben können soll.

vgl. auch: Schlagzeilen (1)

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!!Donnerstag, den 21.11.2002!!


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