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KÄTHE IN DER BACKSTUBE


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Käthe in der Backstube


Käthe in der Backstube
        



Kleine Weisheiten über Katzen


Wer mit einer Katze spielt, muss wissen, daß sie auch Krallen hat.

Ägyptisches Sprichwort


Wenn man sich mit einer Katze einlässt, riskiert man lediglich, bereichert zu werden.

Colette


Ich liebe die Katzen, weil ich mein Zuhause genieße und sie im Lauf der Zeit dessen sichtbare Seele werden.

Jean Cocteau


 
   

Es gehört dazu wie der Käse zu Mittag - eine moderne Katze muss einen Beruf lernen. Ich, Käthe, mache da keine Ausnahme. Nur langweilig darf er nicht sein. Ins Büro hätten mich keine 10 Mäuse bekommen, und auf einer Baustelle bin ich als Frau wohl deplaziert. Ich möchte schon gerne mit meinen Pfoten arbeiten, und ich habe auch eine kräftige Statur. Daher eignet sich für mich mit meinen kleinen Stampferbeinchen eine Lehre als Bäckerin und Konditorin, wo ich schön immer Teig kneten kann. In unserer Nachbarschaft gibt es zum Glück eine Konditorei, und nachdem mein Frauchen mit dem Inhaber gesprochen hatte, war die Sache gebongt Seit dem 1. April bin ich dort angestellt als ordentliche Auszubildende. Doch eines hatte ich dabei nicht bedacht: Ich muss um 4.00 Uhr morgens schon anfangen, und da liege ich eigentlich noch immer ganz gerne und döse. Dafür habe ich um 6.00 Uhr schon wieder frei und kann bis 14.00 Uhr schlafen. Denn dann muss ich noch mal bis 16.00 Uhr zu meiner Arbeit.
 
In den ersten Tagen durfte ich nur zugucken. Weil dann aber hier die Ostermarktzeit begann, musste ich laufend Berliner backen, zwei Wochen lang. Anfangs habe ich ab und zu an der Marmelade geschleckt, aber nachher konnte ich keine Berliner mehr sehen. Aber es gibt ja noch so viele leckere Torten und Kleingebäck, da werde ich noch viel zu naschen haben. Nach den Berlinern kam der Hefeteig. Dafür bin ich wie geschaffen.
 

Wenn meinem Chef die Arme vom Kneten wehtun, lässt er mich weiterkneten, so lange, bis ich keine Lust mehr habe. Dann rollt er den Teig auf ein Blech, und ich darf ihn mit Früchten belegen, die ich vorher abgewaschen habe. Wenn der Kuchen fertig ist, wird er ins Kuchenregal gestellt. An einem Tag in der Woche habe ich Berufsschule. Die ist von 8.00 bis 12.00 Uhr. Danach habe ich frei, weil ich ja auch lernen muss. In der Schule haben wir die Fächer: Chemie, Hygiene und Wirtschaftslehre. Letzteres mag ich überhaupt nicht. Einmal im Monat führe ich ein Berichtsheft. Mein Frauchen hilft mir etwas dabei, da ich nicht so gut schreiben kann. Mein Chef sieht das zum Glück nicht so eng.
 
Er ist eigentlich überhaupt ganz nett, nur montags hat er meistens schlechte Laune. Dann ärgert er sich, dass die Leute am Sonntag nicht restlos den ganzen Kuchen gekauft haben, den wir gebacken haben. Mmhh! sage ich dann, und er stimmt mir zu. Im Juli und August hatte ich das erste Mal Urlaub. Auch mein Bruder Karlchen, der auch auf den Geschmack gekommen war und am 1. Juli angefangen hat, durfte Urlaub nehmen. Er hat sowieso einen anderen Vertrag als ich, da er als schwerbehindert gilt. Im Oktober komme ich schon in das zweite Lehrhalbjahr und dann verdiene ich auch etwas mehr Geld.

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Die WKKP No. 52 erscheint am
31. Januar 2012
             
 
 
   
 
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