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Zu Besuch im Klein Mexiko in Bremen um 1930:
'Die Stube war für die Leute ein Paradies'

        
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Georg Gumpert

Georg Gumpert im Jahre 1999 im Alter von 85 Jahren: ein belesener, redegewandter und engagierter Mensch





















Foto eines Gartenganges in Klein Mexiko (1935)

Foto eines Gartenganges in Klein Mexiko (1935) zeigt - wie nicht anders zu erwarten - spielende Kinder. Die Uniformität der Häuser ist heute dem liebenswerten Versuch der Eigentümer gewichen, sich als solche auch zu profilieren. Ferner sind - den heutigen Bedürfnissen entsprechend - viele Um- und Ausbauten vorgenommen worden. (Foto:Landesbildstelle Bremen)
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Leseprobe aus einem sechsseitigen Interview, in dem Georg Gumpert (Bild links) über seine Eindrücke im Bremer Viertel Klein Mexiko der Dreißiger Jahre erzählt: Er ist wie Franz Vedder (Kindheit und Jugend in Klein Mexiko) im Jahr 1914 geboren und besuchte wie er die Domschule. Als junger Mann war er als Aktiver der KPD oft im 'roten' Klein Mexiko. Er hat die Kämpfe der Menschen ums Überleben direkt miterlebt:

(...)

KM:Nun gab es ja in Klein Mexiko auch Angehörige der Kriminalpolizei. Gab es unter denen auch Spitzel, die den Nazis zugearbeitet haben?

Georg Gumpert: Ja, sicher. Wer wüßte das besser als ich. Ich habe ja nach dem Krieg in der illegalen Organisation Bruns an den Amerikanern vorbei gegen alte Nazis ermittelt und bin dann wegen Eigenmächtigkeit von den Amerikanern inhaftiert worden. Alle Kommunisten - auch in Klein Mexiko - wurden gegen Ende der Weimarer Republik denuziert und registriert. Auch in der Polizei gab es schon vor 1933 genug Leute, die nach außen hin sich noch sozialdemokratisch gaben, in Wirklichkeit aber längst ihre SA-Zugehörigkeit in der Tasche hatten. Deswegen konnten ja am 27./ 28. Februar 1933 nach dem Reichtagsbrand und in der Folgezeit kommunistische Funktionäre und Parteimitglieder in so großer Zahl verhaftet werden. Aus der Zeit stehen mir noch so einige Leute aus Klein Mexiko vor Augen, aber die ich nicht mehr bei Namen zusammmenkriege. Aber einer war bekannt, das war ein kommunistischer Funktionär, der hatte vor der Zeit einen Raub begangen und hatte gesessen. Und das wurde von der bürgerlichen Presse, Bremer Nachrichten, natürlich in dem Sinne enorm ausgeschlachtet, daß so etwas typisch sei für Kommunisten. Der Genosse wurde aus der Partei ausgeschlossen, weil er die Sache verschwiegen hatte. Er ist aber gleich Anfang '33 verhaftet worden und in der Haft umgekommen.

KM: Es wird ja berichtet, daß im Extremfall in diesen Häusern eine Familie mit 13 Kindern wohnte. Wie groß waren die Familien in Klein Mexiko?

Gu.: Nun wenn man Kinder sehen wollte, dann mußte man in solche Arbeiterviertel gehen wie Klein Mexiko. Die Kinder konnten in den kleinen Häusern nicht spielen und die Masse der Kinder fiel natürlich auch schon in diesen engen Gängen mehr auf als etwa in der Kohlhökerstraße. Die Kinder der Reichen, die spielten nicht auf der Straße.
(...)


Weitere Gesprächtsthemen:

Die Bewohner von Klein Mexiko und der Kreuzstaße um 1930

Erlebnisse in der Domschule

Georg Gumperts Erfahrungen im politischen Kampf jener Zeit

Weitere Themen des Heftes:

Kindheit und Jugend in Klein Mexiko

Fotodoku: Alltag einer Hauspflegerin

Interview: Alltag einer Hauspflegerin

Informationen über das heutige Klein Mexiko:

Klein Mexiko in Bremen, gestern und heute
        
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