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Nr. 3/2008, Bremen, den 31.1.2008, Nr. 253  11 Jahre Jan Frey, Verlag: Danksagung

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Reste (6)
Relics (6)  English version 

        

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An der Kreuzung von Altenwall und Ostertorstraße steht ein langgestreckter niedriger Bau seit ein paar Monaten leer. Ich habe diesen Bau vor etlicher Zeit etwas genauer von außen betrachtet.
 
Zettel an der Tür des leerstehenden Geschäftes
 
Zettel an der Tür des leerstehenden Geschäftes
 
An einer Tür hing ein Zettel. Die Betreiber eines (jetzt leerstehenden) Geschäftes teilten darin mit, dass sie ihr Geschäft schließen mußten. Der Grund dafür ist, dass das Gebäude zugunsten eines Neubaus abgebrochen wird.
 
Historisches Firmenschild über den Fenstern des Geschäftes
 
Historisches Firmenschild über den Fenstern des Geschäftes
 
Über den Fenstern des Geschäftes müssen sich Werbetafeln oder eine Leuchtreklame befunden haben, die neulich abgebaut worden sind. Dadurch war ein altertümliches großes handgemaltes Fimenschild mit der schwarzen Aufschrift ‚G.PETER ZIGARREN' zum Vorschein gekommen.
 

 

 
Schriftzüge (S)eifen' und ‚Feuerzeu(ge)', teilweise übermalt.
 
Rechts und links davon befanden sich wesentlich kleinere Schriftzüge in roter Farbe, die teilweise übermalt waren ‚(S)eifen' und ‚Feuerzeu(ge)'. Ich kenne kein modernes Geschäft mehr, dass hauptsächlich Zigarren, Seifen und Feuerzeuge im Sortiment führt.
 
Flachbau an der Kreuzung Altenwall/ Ostertorstraße
 
Flachbau an der Kreuzung Altenwall/ Ostertorstraße
 
Als ich genauer hinsah, nahm ich wahr, dass das Firmenschild ein großes Blech war, das auf dem Dach des Gebäudes stand.
 
Durch einen Schlitz unter dem Schild konnte ich ein anderes Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite sehen.
 
Durch einen Schlitz unter dem Schild konnte ich ein anderes Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite sehen.
 
Durch einen Schlitz unter dem Schild konnte ich ein anderes Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite sehen. Das Schild wirkte optisch wie ein Hut auf dem Kopf des Gebäudes: Es machte es größer.
 

 
Bohrlöcher älteren und neueren Datums sowie schmale Farbwulste auf der Wand.
 
Über die Jahre war das Schild an vielen Stellen durchbohrt worden, um irgendetwas daran zu befestigen. Auch die Hauswand war an einigen Stellen übersäht mit Bohrlöchern älteren und neueren Datums. Auch entdeckte ich schmale Farbwulste, die die Umriße längst entfernter Schilder verrieten. Diese Farbwulste waren bei späteren Anstrichen einfach übermalt worden. Auch sah ich rostige, kleine Blechteile, die sich wohl schon lange an der Wand befanden und auch schon lange keine Funktion mehr zu haben schienen.
 
Insgesamt erschien mir das Gebäude wie ein Fossil aus einer Zeit, als die Menschen froh zu sein schienen, dass das Wirtschaftleben überhaupt funktionierte. Eine fortschrittlich gestaltete makellose Fassade schien in jener Zeit nicht besonders wichtig zu sein.

Vgl. auch:

Reste (1)

Schnittstellen (6)

Spuren von Umbrüchen in Bremen

Bitte lesen Sie auch Charlie Dittmeiers Tagebuch-Eintrag vom 28 Januar 2008 über die typischen 'shophouses' in Phnom Penh. Der Link führt auf die letzte Notiz des Jahres. Bitte ggf. nach unten scrollen!

Bitte beachten Sie auch die Informationen der internationalen Plakatgruppe Loesje, die junge Menschen in Europa und Asien zu Botschaftern der sogenannten UN-Milleniumsziele für Armutsbekämpfung ausbildet.

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Donnerstag, den 14.2.2008.


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