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Folge 72/2002, Bremen, den 27.11.2002

Die Zeitschrift EPOCHE
eine Rezension

        
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2010 werden in Deutschland etwa zwanzig Prozent mehr Sechzigjährige leben als 1995. Wir sind auf halber Strecke in diesem gravierenden Veränderungprozeß unseres Alltags. Sind auch die Medien aufgebrochen? Es gibt gelegentliche Sonderseiten in Anzeigenblättern, aber wenig Zeitschriften, die sich ganz bewußt den älteren Menschen zuwenden. Der Verlag Heinz Isbrecht, Herausgeber des bekannten Computer Anzeigers, unternimmt nach zwei Jahren mit der 'Epoche' einen zweiten, mutigen Versuch, dieser Zielgruppe ein Forum zu verschaffen.

Schon das Layout der (aufgeschlagen) gut Din-A4-großen Zeitschrift verspricht Gutes. Der zweispaltige Satz ist licht, freundlich und ruhig. Die zahlreichen, fast ausschließlich in Schwarz-Weiß gehaltenen Bilder sind von ausgezeichneter Druckqualität. Das Erscheinungsbild ist der Nüchternheit und dem ausgeprägten Urteilsvermögen lebenserfahrener Menschen angemessen.

Der Inhalt der zweiunddreißig Seiten des aktuellen Heftes hält, was das Layout verspricht. Ich habe selten eine Publikation gesehen, die derart detailierte Information auf so ansprechende Art vermittelt. Man spürt: Die Epoche soll eine (übrigens kostenlose) Dienstleistung für ältere, aktive Menschen sein. Dabei geht es keineswegs nur darum, die Senioren als Konsumenten zu beflügeln. Eine Radtour nach Worpswede, die in vielen Einzelheiten, aber dennoch nicht langatmig vorgestellt wird, reißt ebensowenig ein Loch in den Rentnergeldbeutel wie die Teilnahme am 'Großenknetener Schäferstündchen', dessen Geheimnis im Heft gelüftet wird. Damit die Radtour keine Panne wird, hat sich die Redaktion die Mühe gemacht, auf zwei Seiten und mit hilfreichen Illustrationen einen Sicherheits- und Bequemlichkeits-Check für das Rad zu erarbeiten: ein echter Service. Gute Info-Dienstleistung ist auch ein Bericht über einen Service der besonderen Art, nämlich über die Freiwilligen-Agentur. Diese Einrichtung will erwachsenen Menschen jeglichen Alters helfen, eine ehrenamtliche Tätigkeit zu finden, die ihrer Person entspricht.

Doch es geht nicht nur um Themen unter dem Vorzeichen 'freiwillig und kostenlos': Wer auf Reisen oder bei Essen und Trinken das Leben genießen will, kommt auf seine Kosten. Ausführlich wird ein Party- und Catering-Service vorgestellt, der in kleinem, fast privatem Rahmen Menschen bei ausgezeichnetem Essen zusammenführt.

Reisen ist teuer. Bevor es aber durch den EU-Betritt des Landes vielleicht richtig teuer wird, empfiehlt die 'Epoche' ihren Lesern eine Reise nach Litauen an die Kurische Nehrung. Diese Empfehlung wird mit solcher Sachkenntnis vorgetragen, dass man sich - entgegen der Bescheidenheit der Autorin - einen Reiseführer fast sparen kann. Bemerkenswert an diesem Bericht sind auch die Fotos, die Fernweh wecken können.
 

Die Titelseite der neuen EPOCHE

Damit die Rente der Leserschaft auch fürs Reisen reicht, informiert ein Fachanwalt auf vier Seiten ausführlich und verständlich über das Thema 'Altersteilzeit'. Ausdrücklich werden die LeserInnen ermutigt, via Redaktion an den Autor Fragen zu richten, die in der nächsten Nummer beantwortet werden. In einem weiteren Ratgeber -Artikel gibt ein sachkundiger Anwalt Tips, wie man Erbschaftssteuer sparen kann.

Am Ende meiner kleinen Rezension möchte ich die Redaktion in zwei Bereichen ermutigen: Das ausnehmend gute Layout könnte durch eine etwas größere Schrift noch 'anwenderfreundlicher' werden. Ich bin zwar erst 49 Jahre alt, aber nicht mit besonders guten Augen gesegnet. Ich stelle mir vor, dass ich in zehn oder fünfzehn Jahren ebensowenig beleidigt wäre wie heute, wenn man mir ein wenig mehr Großdruck anböte.

Es wird niemanden, der kleinmexiko.de kennt, wirklich wundern, wenn ich die Chefredakteurin Eva-K. Möller ermutigen möchte, statt hinlänglich bekannter, radfahrender Gallionsfiguren mehr die SeniorInnen 'von der Straße' (vielleicht auch gelegentlich als AutorInnen) zu Worte kommen zu lassen. Diese Menschen haben so unendlich viel aus ihrem reichen Leben mitzuteilen . Den aufmerksamen LeserInnen wird es nicht entgangen sein, wieviel Fleiß Frau Möller neben ihrer vorbildlichen Redaktionsarbeit auch noch an das Schreiben verwandt hat.

Epoche erscheint zunächst zweimonatlich und ist (kostenlos) erhältlich bei ausgewählten Geschäften des Einzelhandels, in Restaurants, Bürgerhäusern, Sportcentren, Seniorenresidenzen, Banken und Sparkassen, an Veranstaltungsorten und in Senat und Bürgerschaft.
Hinweis: Die Zeitschrift EPOCHE ist online unter www.epoche-online.de.


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