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Folge 11/2005, Bremen, den 15.04.2005 (Nr. 185)  3 Jahre kleinmexiko.de: Danksagung
Nächste Folge 'Alltag in Bremen': Donnerstag, den 05.05.2005. Ich bitte um Entschuldigung! Es gab technische Probleme.
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Grundsätzlich muß versucht werden, sich in die Lage dessen zu versetzen, der die Spuren verursachte.
W. Ebeling, H. Engelbrecht: Kämpfen und Durchkommen

Es ist schon ein Ritual: Am Neujahsrmorgen trete ich früh auf den Diemelweg hinaus und staune über das sich mir bietende Chaos.
 
Vor der Tür auf dem Weg liegen Hunderte oder gar Tausende winziger und winzigster Papierfetzen, knallbunte Plastikkegelchen á la 'Fang-den-Hut', Pappblöcke, die entfernt an Stalinorgeln erinnern, lange, dünne Leistchen mit bunten Pappröhrchen an der Spitze, zerborstene Pappröhrchen ohne Leiste, leere Wein- und Schnapsflaschen mit Schmauchspuren am Hals und sogar Schmauchspuren und Pulverreste am Boden.
 
Nun ist es so, dass ich schon weiß, woher das alles kommt. Die Menschen haben Sylvester gefeiert. Je mehr es auf Mitternacht zuging, umso mehr Menschen kamen auf den Weg. Die Kinder liefen herum, juchten und schrien. Die Erwachsenen tranken Wein, Bier und Schnaps auf dem Weg. Sie sprachen laut miteinander. Feuerwerkskörper wurden gezündet. Raketen flogen durch die Luft. Nach Mitternacht hörte man laute Neujahrswünsche. Und viele Menschen werden mit ihren Nachbarn angestoßen haben.
 

 
Peinlich haben einige Menschen darauf geachtet, nur vor der eigenen Tür zu fegen.
 
Am Neujahrsmorgen in der Frühe dagegen ist alles ruhig. Die Menschen schlafen sich aus, manch eine(r) auch vom Alkoholrausch.
 
 

 
Am Neujahrsmorgen ist der Weg voll mit Feuerwerksresten.
 
Irgendwann fegt jemand die Reste des Feuerwerks auf. Er oder sie beseitigt nicht nur den selbst verursachten Abfall, sondern auch den Abfall, den andere in ihrem Übermut hinterlassen haben. Es ist ohnehin nicht zu erkennen, wer welche Rakete abgeschossen hat. Und an keiner Flasche steht der Name des Menschen, der den letzten Schluck daraus genommen hat.
 
Einige Tage später gehe ich durch die Siedlung. Es liegt Schnee. Einige Leute haben den Schnee vor ihrer Haustür entfernt. Manche sind dabei planmäßig vorgegangen: Genau bis zur Hälfte des zwei Schritte breiten Weges haben sie den Schnee beiseite gefegt. Peinlich haben sie darauf geachtet, vor dem Haus des Nachbarn den Schnee liegen zu lassen. Besonders deutlich wird das, wenn sie noch Tausalz verwendet haben. Dann ist das Pflaster vollkommen frei von Schnee und selbst neuer Schnee taut gleich wieder weg.

vgl. Blick auf das Pflaster (2)

vgl. Mehr!! (2)

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