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Folge 030/2003, Bremen, den 19.06.2003 (Nr. 109)  1 Jahr kleinmexiko.de: Danksagung
        
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Vom eigentlichen Dach ist wenig zu sehen an jenem Gebäude, das einmal das inzwischen gescheiterte Musicalvorhaben beherbergte. Umso auffälliger ist das Vordach gestaltet: Spitze Stangen erheben sich wie aufgestellte Speere. Sie halten eine Metallkonstruktion, die an ein kraftvoll geblähtes Segel erinnert.

 
Dächer können Ruhe- und Aussichtspunkte für Mensch und Tier sein. Doch der Anblick täuscht. Als ich zwei Tage nach der Aufnahme wieder an dem Haus im Steintorviertel vorbeikomme, sitzt der Vogel immer noch genau an der Stelle, an der ich ihn fotografiert habe. Ein Nachbar bestätigt meinen Verdacht: Das Tier ist eine Attrappe.

 
Dächer sind Einfallstore für die Natur: Weil der Mensch Dächer nicht so genau im Blick hat, kann ungehemmtes natürliches Wachstum hier im scheinbar zivilisierten Bereich wieder Wurzeln schlagen - wie an einem Haus in der östlichen Vorstadt.

 
Pflanzen auf dem Dach können natürlich auch erwünscht sein. Dieses Beispiel von Dachbegrünung fand ich im Steintorviertel.

 
Das Dach ist natürlich auch der Ort des Schornsteins, des Schlotes, des in den Himmel gekehrten Kanals. Die verborgenen extremen Enden des Hauses sind auch Orte des Schmutz-Verschwinden-Lassens.Die Antenne ist ein virtueller Aussichtspunkt in die Welt. Freilich sieht nicht mehr das eigene Auge vom Turm herab. Es empfängt vorgefilterte Eindrücke. Der Mensch kann allerdings wenigstens zwischen den Filtern, sprich Programmen, wählen.

 
Das Mittelalter ist vorbei: In der Vorstadt sind Tempel für eine neue Religion errichtet worden. Die Türme des Domes werden - wenigstens aus dieser Perspektive - von einer Zentrale der Wirtschaft und des Geldes gedemütigt.

  vgl. auch:

Dächer (2)

Rückwände

Fassaden (1)

Leben auf Mauern, Schornsteinpflanzen
Dächer waren auch immer Orte für Flaggen, Fahnen und Symbole (wie Kreuze), die eine territoriale, ideologische oder sonstige Vorherrschaft verkünden wollten. An diese doch meistens martialische Tradition knüpft diese Flagge im Steintorviertel an, um - ausgerechnet - dem Wunsch nach Frieden Ausdruck zu verleihen.

 

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