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Folge 31/2003, Bremen, den 26.06.2003 (Nr.110)   1 Jahr kleinmexiko.de: Danksagung

Wieder besucht (4)
 

        
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Aus größerem Abstand betrachtet sehen einige Linden an der Stader Straße aus, als seien sie mit weißem Pelz überzogen.



 
Bei näherer Betrachtung löst sich der Pelz in weiße Punkte, die einzelnen Eisäcke der Laus, auf.





 
Juni 2003: Stader Strasse

Nein, ich habe die Stader Straße nicht wieder besucht. Ich komme dort jeden Tag vorbei. Die Läuse, genauer die Wolligen Napfschildläuse, haben die Linden an der Stader Straße wieder 'besucht' und zwar alle Bäume. Auch in anderen Stadtteilen sind die Gäste wieder da. Hinfällig sind damit alle optimistischen Prognosen von Stadtgrün- und Unimitarbeitern , der Befall sei eine vorübergehende Erscheinug, die alle zehn bis fünfzehn Jahre nach milden Wintern und frühzeitiger hoher Luftfeuchtigkeit sowie hohen Temperaturen im Frühjahr aufttrete.
 
Frau Kuhr von Stadtgrün war so freundlich, mir einen wissenschaftlichen Artikel 1 über die Wollige Napfschildlaus zukommen zu lassen. Mit einigen Informationen von einschlägigen Webseiten ergibt sich folgendes Bild: Der Schädling ist wahrscheinlich aus Südostasien eingeschleppt worden und wird in Europa seit 1964 meist in Stadtgebieten registriert, also in Bereichen, in denen die Bäume durch 'Stress' schon geschwächt sind. Er hat sich bis 2001 in Großbritannien, Irland, im Pariser Raum, im Benelux, in der Schweiz und vor allem im westlichen Teil Deutschlands ausgebreitet. Rosskastanien-, Linden- und Ahornarten sind am stärksten befallen.
 
Äußerlich ist der Befall an den unzähligen winzigen Wattebäuschen mit dem braunen Deckel erkennbar. Das sind aber nur die Überreste der Eiablage mit dem abgestorbenen Weibchen darauf. Nach der Eiablage (Ende April bis Ende Mai) wandern die winzigen Larven auf die Blätter, von deren Saft sie sich ernähren und auf denen sie sich zu sogenannten Nymphen weiterentwickeln. Bevor die Blätter fallen, ziehen sich die Nymphen zum Überwintern auf Äste und Zweige zurück. Im April sind sie fortplanzungsfähig und ziehen zur Eiablage auf Stämme und dickere Äste weiter.
 
Die Wollige Napfschildlaus schwächt die Bäume, weil sie ihnen Pflanzensaft entzieht. Sie produziert Honigtau, der sogenannte Schwärzepilze anzieht, die die Photosyntheseleistung der Bäume um maximal fünfzig Prozent reduzieren.
 
Im Stadtgebiet kann der Schädling selbstverständlich nicht mit Giften bekämpft werden. Denkbar ist eine biologisch gesteuerte Verringerung über natürliche Feinde wie etwa Marienkäfer und bestimmte Erzwespenarten.
 
Die Wollige Napfschildlaus macht nicht an der Stader Straße Halt: Vereinzelte Eisäcke habe ich auch schon an Bäumen in der Siedlung 'Klein Mexiko' gesehen, etwa am wilden Pflaumenbaum in meinem Garten.

vgl.

Die Läuse

Wieder besucht (10)

Weitere Infos zum Thema:

1 Christian Arnold, Getin Sengonca: Die Wollige Napfschildlaus .... ; Jahrbuch der Baumpflege 2001, S.218 ff.

Diagnoseprogramm Waldgesundheit

vgl. auch

Wieder besucht (1)

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