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Folge 4a/2005, Bremen, den 03.02.2005 (Nr.178)   3 Jahre kleinmexiko.de: Dank allen HelferInnen
English summary
        
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'Mein Sohn hat ein Geldstück verschluckt und muß zum Arzt. Glauben Sie, dass ich dem Professor Schneider vertrauen kann?' - Ganz bestimmt, der Mann ist ehrlich.'

Rätsel . Mitgemacht . Mitgelacht, hrsg. von Pelikan, Hannover

Genauso wie in der Tierwelt gibt es auch im Wirtschaftsleben Nischen-Existenzen, die dem Überlebenskampf perfekt angepaßt sind. Ich denke an die kleinen, roten Kaugummi-Automaten. Sie hängen auf Augenhöhe der Vorschul- und Schulkinder. Als Erwachsener übersieht man sie an jeder dritten Ecke. Sie scheinen die Jahrzehnte ohne große äußerliche und technische Veränderungen zu überleben: Sie sind immer noch die schmucklosen, rechteckigen Kästen mit dem ebenfalls rechteckigen Sichtfenster. Darunter ist immer noch der schlichte Einwurfschlitz für die (kleinen) Münzen. Unverändert ist auch der Handgriff, der die Münze ins Groschengrab und die 'kleinen Überraschungen' in den Ausgabeschacht befördert.
 
Was sich aber geändert hat, ist der Inhalt. Zu meinen Kinderzeiten - knapp fünfzig Jahre her - konnte man meiner Erinnerung nach fast ausschließlich murmelgroße knallebunte Kaugummikugeln ziehen. Ein Teil der Kaugummis waren noch mit einem Ring garniert. Der Ring bestand aus einem goldfarbenen, kreisrund gebogenen Metallstück mit einer Fassung daran. Die Fassung enthielt einen bunten Plastik'stein'.
 
Heute wird dem Kind neben Kaugummi auch noch anderes geboten: In meinem Stadtteil gibt es neben anderen einen Automaten mit drei verschieden bestückten Warenbehältern. Aus diesem Automaten kann das Kind sich entweder einen Kaugummi, einen besonders hoch springenden Gummiball oder eine Art Überraschungsei ziehen.
 
Ich meine mich zu erinnern, dass ich als Kind die Kaugummis in den Warenbehältern der Automaten direkt sehen konnte. Das Kind von heute blickt dagegen auf einen bunt bedruckten Papp(?)streifen, der die freie Sicht auf die Kaugummis weitgehend verhindert. Stattdessen werden dem Kind, so es schon lesen kann, vor allem Produktinformationen geboten. 'FRUCHT-KAUGUMMI in Alufolie hygienisch verpackt' heißt es da.
 

 
The products you can get out of the machine: an egg-shaped container, a rubber ball and a chewing gum (back to the summary)/ Das gibt der Automat her: Eine Art Überraschungsei, einen Springball mit Giraffenkopf oder ein Kaugummi.
 
Dann folgt der stilisierte Schriftzug 'HALLOWEEN'. Das ist auch wohl die Markenbezeichnung des Kaugummis. Unter dem Schriftzug illustrieren kleine symbolhafte Bildchen für die (noch) Leseunkundigen das, was durch den Schriftzug ausgesagt wird. Da fliegen eine Hexe auf ihrem Besen und eine Fledermaus durch die Luft. Ferner ist eine Kürbis- und eine Frankensteinfratze abgebildet.
 
Unter den Bildchen folgt nach der phantasiereichen Produktbezeichnung PROFI-GUM-KAUGUMMI die Liste der 'Zutaten: Zucker, Kaumasse, Glucosesirup, Aromen, Farbstoffe: E 100, E 104, E 110, E 124, E 129, E 131, E 140, E 141, E 150, E 160a, E 162, E 163, E 171, Antioxidationsmittel: E 320' Selbst wer des Lesens schon kundig ist, wird ein wenig Recherche-Arbeit leisten müssen, um diese Codes aufzulösen.
 
In einem farblich abgesetzten Feld findet man zunächst die Name, Adresse und Telefonnummer der Person, die die 'Automaten-Betreung' wahrnimmt. Dann liest man in teilweise stilisierter Schrift noch einmal PROFI GUM Kaugummi. Dann gehts zum Geschäft, das ganz offensichtlich auch auf Kinder ausgerichtet ist, die noch kaum oder gar nicht lesen können. Zwar steht auf der Pappe auch 'Einwurf 1 X 10 Cent', aber viel auffälliger ist daneben ein 10-Cent-Stück abgebildet. Nicht symbolisiert und nur in kleiner Schrift wird mitgeteilt, an wen sich das Angebot des Automaten nicht richtet: 'Nicht unter drei Jahren geeignet. Kleinteile verschluckbar'.
 
Ich opfere zehn Cent und ziehe mir ein Kaugummi. Ich bekomme eine kleine, in Alufolie eingeschlagene Kugel. Auf der Folie sind auf gelbem und schwarzem Hintergrund wiederum eine fliegende Hexe, eine Fledermaus, eine Kürbisfratze mit Gespenst, ein Porträt des Frankenstein-Monsters und eine Art Totenkopf abgebildet.

 

 
Besides chewing gums a child can also get little toys out of the machine, for example little rubber balls and little figures. back to the summary/ In meinem Stadtteil gibt es neben anderen einen Automaten mit drei verschiedenen bestückten Warenbehältern für Gummibälle(links), Kaugummi (Mitte) und einer Art Überraschungsei (rechts).

 
Der nächste Warenbehälter enthält laut der Blendenbeschriftung 'HIGH BOUNCING BALLS' Im Hintergrund des großen bunten Schriftzuges sind kleine Kugeln in verschiedenen Farben abgebildet. Das fünfjährige Kind, das noch nicht (Englisch) lesen kann, bekommt noch genauere Information, wofür es sein Geld hergibt: Hinter der Blende lugen ein paar Bälle hervor.
 
Es folgt wieder ein farblich abgesetztes Feld, das zunächst wieder die Angaben über den Betreuer des Automaten enthält. Der stilisierte Schriftzug lautet hier 'KLEINE ÜBERRASCHUNG'. Darunter steht 'Einwurf 1 X 20 Cent'. Und damit auch das leseunkundige Kind schon eine Chance hat, einen HIGH BOUNCING BALL zu ziehen, ist noch eine 20-Cent-Münze groß und deutlich abgebildet. Gerade noch am unteren Rand des Fensters ist der kleingeschriebene Hinweis 'Nicht unter drei Jahren geeignet' erkennbar.
 
Ich setze 20 Cent ein, um mich überraschen zu lassen. Und ich bin am Ende überrascht: In der Hand halte ich ein kleines, surreales Kunstwerk. Der kleine Hartgummiball ist in zwei Zonen geteilt. Die untere Hälfte besteht aus relativ dunklem, rosafarbenem Gummi. Ganz klein ist in erhabener Schrift 'CHINA' zu erkennen. Die obere Hälfte besteht aus glasklarem Gummi, in das ein Giraffenkopf eingelassen ist.
Siehe auch:

zu den E-Nr.-Schlüsseln

zum Thema Glucosesirup: Plätze 4

Automaten 1

English summary:
As long as I can remember, there are those red little vending machines for chewing gums. They have been techically unchanged for fifty years, but their range of items has changed. Besides chewing gums a child can also get little toys out of the machine, for example little rubber balls and little figures.
 
These different products are nowadays often hidden behind printed screens in different boxes (see picture). On these screens the child finds among others advertising for the products. The advertising is in English. The rubber balls are called 'HIGH BOUNCING BALLS'. The chewing gums are called 'HALLOWEEN'. In addition to this name there are pictures of a pumpkin face, a bat, a witch and a monster.
 
The information about the products and the operator are in German, but in small print. The information about the product 'HALLOWEEN' contains among others a list of codes, which stand for colouring. It also contains a warning 'Not for children under 3 years    Small parts   Choking hazard' in small print too.
 
The operators of the machine assume that children, who are not able to read, also get products out of the machine: Besides a written instruction there is also a quite big picture of the coin, which the child has to put in. The child has to pay ten Euro cents for a chewing gum or twenty Euro cents for a rubber ball.
 
I tried out. The high bouncing ball, which I got out of the machine, is a nice little surrealistic work of art. Half of it was made of crystal clear rubber with an embedded head of a giraffe(!, see picture).

please also read Revisited Places 17


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