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Folge 31a/2004, Bremen, den 08.09.2004 (Nr.163) 2 Jahre kleinmexiko.de: Danksagung
English summary                                  !!Neu!! Heft 4
        
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Abends beginnt der schlammige Boden zu gefrieren und verwandelt sich in Erdbuckel. Der Schlitten springt, er kracht und quietscht in allen Tonarten. Es ist kalt! Keine Wohnstätte, kein Reisender, der uns entgegenkommt. Nichts rührt sich in der Dunkelheit, kein Laut ertönt, und man hört nur, wie der Schlitten über den gefrorenen Boden poltert, und wenn man sich eine Zigarette anzündet, fliegen geräuschvoll zwei oder drei durch den Feuerschein aufgeschreckte Enten hoch.
 
Anton Tschechow: Die Insel Sachalin

18.08.2004, ca. 14:45 Uhr
Ich besuche die Kreuzung Bismarckstraße/ Stader Straße und horche eine halbe Stunde auf die Geräusche, die ich wahrnehme. Fast alles, was ich höre, kommt keinem Laut, der in der Natur entsteht, nahe.
 
Um diese Zeit herrscht dauernder Lärm, weil immer eine der vier Fahrtrichtungen 'Grün' hat. Wenn dann eine Kolonne von Fahrzeugen startet ertönt schon mal ein Hupen, weil es jemandem nicht schnell genug voran geht. Doch Hupen von nah und machnmal auch von fern ist nicht die Grundmelodie: Am markantesten sind die auf- und abschwellenden Bässe, die die PKWs erzeugen. Bässe kommen aber nicht immer nur aus dem Motorraum, sondern auch als rhythmisches Wummern aus der Stereoanlage.Beim Beschleunigen entwickeln manche Autos auch Dreiklänge: Erst kommt ein Baß, dann ein Sirren und dann wieder ein Baß. Alte Autos sind manchmal an ihrem blechernen Klappern zu erkennen. Gelegentlich nehme ich es wahr, wie ein PKW vom Asphalt auf die spezielle Betonplatte im Bereich der Haltestelle fährt.
 
Lastwagen wirken wie eine mächtige Klangwoge, die durch das Geräuschmeer rollt. Immer wieder höre ich auch das Entweichen von Druckluft bei Lastern. Ebenso charakteristisch ist auch ihre Gangschaltung, die eine Art trockenes Klappgeräusch verursacht. Ein Lastwagengespann bremst unter lautem Quietschen. Dann fällt unter metallischem Gepolter auf einer Ladefläche etwas um. Busse bremsen mit einem Quietschen an der Haltestelle ab. Die schweren Fahrzeuge lassen den Boden vibrieren.
 
 

 
Von den motorisierten Zweirädern fallen mir besonders die Mortorroller auf, die oft einen hohen Ton erzeugen, der an den Klang einer Säge erinnert. Die Fahrräder können sich stimmlich nur durchsetzen, wenn die Klingel betätigt wird oder sie unmittelbar an meinem Standort vorbeifahren. Dann nehme ich das Klickern der Nabenschaltung oder das leise Rasseln und Knacken der Kettenschaltung wahr.
 
Die Fußgänger sind mit ihren Bewegungsgeräuschen nur identifizierbar, wenn zufällig einmal nur wenige Autos die Kreuzung überqueren. Dann hört man vielleicht das laute Klacken von Absätzen auf dem Trottoir oder Asphalt. Stimmen sind kaum zu vernehmen, weil viele Einzelpersonen unterwegs sind. Vereinzelt sticht der Ruf einer hohen Kinderstimme aus dem Getöse hervor.
 

English summary:
I am at the corner of large cross roads. I listen to the traffic noise. I specially hear the bass of starting cars. I hardly can hear the noises of pedestrians and cyclists and the natural enviroment. But at night I hear the rustle of the trees on the edge of the street.

 
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vgl. auch:

Schneisen (2)

Plätze 11

Verkehrslärm an der Woltmershauser Straße in Bremen

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!!Freitag, den 24.09.2004!!


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