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Folge 40/2002, Bremen, den 02.07.2002          Immer noch sehenswert: 'Linie 1'

Ohne Zäune (2)
 

        
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Im ersten Teil des Rundgangs durch die Ökologische Siedlung in Lilienthal war Klein Mexiko unter anderem im Haus der Musiklehrerin Cornelia Franke zu Besuch.

 
Sie bewohnt das linke der drei Häuser, die am Westende der zentralen Peter-Sonnenschein-Straße stehen.

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Das rechte der drei Häuser hat einen eingeschossigen Anbau, der den 'Dorfladen' (Bild oben) der Siedlung beherbergt: Herbert Rohde (links im Bild) führt hier den Naturkostladen 'Hokaido'. Seine Wohnung befindet sich in unmittelbarer Nähe des Ladens in einem Holzhaus, das in einer Hofanlage von dreizehn Häusern steht.



Sein Haus enthält zwei Wohnungen für Einzelpersonen und eine Familienwohnung (Bild oben). Zu dieser Familienwohnung gehören die zwei Solarpaneele auf dem Dach des Hauses. Die anderen Wohneinheiten werden mit Fernwärme versorgt. Das Dach ist nicht mit Tonziegeln gedeckt, sondern mit speziellen Gewächsen (z.B. Flechten und Moosen) bepflanzt. Das Regenwasser wird von den Pflanzenwurzeln und dem Trägermaterial (poröses Vulkangestein) aufgenommen. Der Rest wird in eine Zisterne geleitet und zur Gartenbewässerung genutzt. Die Häuser dieses Baufensters liegen am Ende einer Straße und können direkt mit dem Auto erreicht werden. Auf den Grundstücken befinden sich neben kleinen Schuppen und Spielgelegenheiten für Kinder auch PKW-Abstellplätze. Dieses Baufenster ist das einzige mit Stellplätzen auf dem Grundstück, alle anderen haben Sammelparkplätze.



Ein solcher Gemeinschaftsparkplatz (Bild oben) wurde am Ende der genannten Straße für die Häuser dreier benachbarter Baufenster statt hauseigener Abstellplätze eingerichtet. Die Häuser können von dort über Stich- und Gartenwege erreicht werden.

 
Daher herrscht in der Siedlung wenig Verkehr und eine bemerkenswerte Ruhe, fast wie im gedachten Paradies. Als ich ein wenig weiter gehe, sehe ich in einem Fenster eines Hauses eine Zeitschrift liegen: EDEN, Magazin für Gartengenießer.



Als ich die Siedlung über die Hauptstraße verlasse, komme einem Haus vorbei, an dem mir ein Schornstein (Bild oben, Pfeil)auffällt, der an der Schmalseite des Hauses hochgeführt wird. Dieser Schornstein gehört zu einem Holzofen, wie mir Anneliese Sahr auf Nachfrage erklärt. Dieser Holzofen ist Teil eines komplexen Heizungssystems. Er kann gegebenenfalls die letzten notwendigen ein oder zwei Grad Wärme bringen, die die Hauptheizung aus Erdwärme, Solarenergie und Abluftwärme nicht erzeugen kann. Wie sensibel hier mit Energie umgegangen wird, läßt sich am besten an der Belüftung des Hauses verdeutlichen: Der verbrauchten Luft, die abgeleitet wird, wird die Wärme entzogen. Diese Wärme wird dazugenutzt, die angesaugte Frischluft zu erwärmen. Hinzu kommen - wie bei allen anderen Häusern - umfangreiche Maßnahmen zu Wärmedämmung. Eine dieser Maßnahmen ist auch, dass auf ungeregelte Frischluftzufuhr durch Öffnen der Fenster verzichtet wird. Nachdem ich die Siedlung verlassen habe, fällt mir auf, wie stark in der konventionellen städtischen Bebauung Grundstücksgrenzen betont werden, wie wenig Provisorien und längere Entstehungsprozesse geduldet werden. In der 'Ökologischen Siedlung' gibt es keine Zäune, die die Kinder beim Spiel hemmen würden. Neben allen ökologischen Besonderheiten zeichnet sich die Siedlung dadurch aus, dass sie eben diese Prozesse und Provisorien mit Gelassenheit durchlebt.


> Teil 1

vgl. auch:
Schnittstellen 2

Weitere Informationen unter http://www.liliensiedlung.de


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Mittwoch, den 10.07.2002


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