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Folge 41/2002, Bremen, den 10.07.2002               Immer noch sehenswert: 'Linie 1'
        
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Hinter diesen fünf Häuser an der Kornstraße in Huckelriede ...




Ursula Tangemann lädt mich ein, ihr Haus am Rosenpfad zu besichtigen.




Das ursprüngliche Eltern-Schlafzimmer im ersten Stock ist heute Stube.




Das winzige Kinderzimmer ist Schlafzimmerchen geworden.





Zu einigen wenigen Häusern gehören solche Gemüsegärten.

 


... verbirgt sich ein Quartier, das bis in die Details eine erstaunliche Ähnlichkeiten mit dem Hastedter 'Klein Mexiko' aufweist.

Klein Mexiko liegt an der Straße 'Bei den drei Pfählen'. An der Straße 'Bei den fünf Giebeln' in Huckelriede fühlt man sich plötzlich nach Klein Mexiko versetzt. An schmalen Gartengängen stehen zweistöckige, kleine Häuschen mit Erkern im Dach. Die Vorgärten sind nur ein paar Quadratmeter groß und meistens liebevoll gepflegt.Unmittelbar an der Siedlung liegt ein kleiner Spielplatz. Er offenbart aber schon einen wichtigen Unterschied zu Klein Mexiko. Er ist viel kleiner als der kleinmexikanische Spielplatz an der Bismarckstraße, denn hier er ist für die Kinder gedacht, die aus den 96 Häusern an den drei Gartengängen 'Rosenpfad', 'Bei den fünf Giebeln' und 'Stiller Weg' sowie der Nachbarschaft kommen. In Klein Mexiko kommen die Kinder aus 377 Häusern, die an zehn Gartengängen und drei Straßen liegen. Im 'Rosenpfad' komme ich mit der Bewohnerin Ursula Tangemann ins Gespräch. Sie weiß zu berichten, dass das Quartier als Arbeiter-Siedlung wie Klein Mexiko Ende der 20ger Jahre vom Bremischen Staat gebaut worden ist. Die Größe der Grundstücke schwankt zwischen 60 qm (in Klein Mexiko 77qm) im Kern der Siedlung und 120 qm bei einigen Randgrundstücken. Die Häuser haben eine Wohnfläche von 53qm ( in Klein Mexiko 55 qm). Ihr Haus gehört zu den wenigen, die im Zweiten Weltkrieg durch Bomben schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde und in den 50ger Jahren wieder aufgebaut wurde. In den 60ger Jahren - so Frau Tangemann - gingen die Häuser nach und nach in Privateigentum über. Damit setzte dann auch die Individualisierung der Häuser durch Um- und Anbauten ein. In Frau Tangemanns Haus, das ich besichtigen darf, ist dieser Prozeß der Vermischung von Ursprünglichem und Verändertem gut zu erkennen. Das Haus hat nur einen kleinen Keller unter dem Eingangsbereich, ein Zustand der nur unter erheblichen Aufwendungen hätte vergrößert werden können. Im Erdgeschoß gibt es eine winzige Wohnstube zum Gartengang hin. Dahinter liegt eine große Wohnküche und eine kleinere Arbeitsküche. Von der Arbeitsküche geht noch ein sehr kleiner Raum ab, der ursprünglich Waschklo war und heute Gäste-WC ist. Ebenfalls von der Arbeitsküche führt eine Tür in einen angebauten Wintergarten. Erst hinter dem Wintergarten beginnt die Gartenfläche, die - abzüglich des Wintergartens - ca. 60 qm groß ist. Im ersten Stock gab es ursprünglich ein Elternschlafzimmer und zwei kleine Kinderzimmer. Letztere nutzt Frau Tangemann heute als kleines Bad und kleines Schlafzimmer. Das Elternschlafzimmer ist Wohnstube geworden. Für eine einzelne Person hat Frau Tangemann also ein respektables Reich. Viel Platz haben auch Nachbarn am Weg, die gleich zwei verbundene Häuser bewohnen. Dazu kommen noch zwei Gemüsegärten mit über 200 qm Fläche, die dem Hause gegenüber am Gartengang auf unbebauter Fläche liegen: eine fast ländliche Idylle mitten in der Großstadt. In der unmittelbarer Nähe dieser Siedlung gibt es noch eine Idylle, die hufeisenförmige Straße 'Im grünen Winkel'. Sie ist ebenfalls mit Reihenhäusern aus den 20ger Jahren bebaut. Die Häuser sind aber mit über 80 qm Wohnfläche wesentlich größer und wirken auch vom äußeren Erscheinungsbild wuchtiger als das Modell 'Klein Mexiko'.


Beachten Sie bitte auch den Nachtrag zur Folge 'Nester'

Nächste Folge 'Alltag in Bremen':
Sonntag, den 14.07.2002


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