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Folge 77/2002, Bremen, den 15.12.2002
!!Nächste Folge: Sonntag, den 22.12.2002!!
        
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Man kann doch auf die Dauer nicht leben von Kühlschränken, Politik, Finanzen und Kreuzworträtseln.
Man kann es einfach nicht.
Man kann doch nicht leben ohne Dichtung, ohne Farbe, ohne Liebe.
Antoine de Saint-Exupéry


Wenn ich an Sites denke, habe ich immer ein Restaurant vor Augen.
David Siegel: Web Site Design


Mittwoch habe ich mich selbst fotografiert: Nicht zu zuhause, sondern mittags unter den Menschen auf der Sögestraße, auf einer Konsummeile. Ich stehe da, während die Leute auf mich zu und um mich herum gehen. Einige schauen mich verwundert von der Seite an oder drehen sich um, die meisten eilen vorbei. Sie sind in konsumgerichteter(?) Bewegung, während ich still stehe. Ihre Konturen verwischen leicht. Ich erscheine fast wie ein Fremdkörper - mit der Schere ausgeschnitten und ins Bild geklebt.
 
So geht es mir auch mit dem Schreiben. Ich bleibe manchmal ein wenig stehen, wo andere weitergehen. (Es ist nur ein kleiner Defekt, der mich von den anderen trennt) Ich gehe an die Orte des alltäglichen Treibens und Getrieben-Werdens. Ich schaue mir die Flucht der Häuser oder den Strom der Menschen an. Ich schaue gegen den Strom, gegen die Flucht - und tue nichts außer schauen. In einer Umgebung, in der alles in rastloser Arbeits- und Konsum-Bewegung ist, falle ich dann ein wenig aus der Rolle: Ich nehme in meinem Land Kurz-Urlaub von seinen Sitten. Manchmal ernte ich befremdete Blicke, selten feindselige. All das braucht ein wenig Überwindung, wie es ein wenig Überwindung braucht, sich durch die ersten drei Seiten dieser Website zu klicken.
 
Was bewegt mich zum Innehalten und Schauen? Auch ich werde getrieben - von der Lust am Schauen, von der Neugier! Schau-Lust und Neu-Gier sind fast eine Sucht, vielleicht auch Ausdruck einer Sehnsucht nach Kontakt zur Welt und nach Nähe. Ich bin hungrig nach der Welt und sättige mich an ihr - auch eine Form des Konsums.
 
Warum schreibe ich es auf? Ich möchte mein Mahl nicht einsam verzehren. Ich möchte, dass auch andere zugreifen können. Auf diese Weise geht die Nahrung so bald nicht aus.
 

 
Wie jeder Koch bin ich begierig auf das Urteil meiner Gäste. Jeder Leserbrief ist für mich zunächst einmal ein Zeichen, dass jemand das Mahl mit mir geteilt hat: eine Überwindung des Alleinseins. Es ist ein Austausch über Wahrnehmung: Wie hat es geschmeckt? Wie hat es anderswo geschmeckt? Wie kann man das Rezept verbessern?
 
Da ich dieses schreibe, fällt mir ein, dass meine Freundin behauptet, ich sei ein passabler Koch. Sicher: Ich stehe gerne am Herd. Es macht mir Freude, andere zu bewirten. Und mein Essen schmeckt mir selbst meistens auch.

Aber: Kein Restaurant hat immer geöffnet. Der Koch von kleinmexiko.de gönnt sich eine kleine Kunstpause, denn auch Kochkunst braucht gelegentlich Muße. Die nächste Folge 'Alltag in Bremen' erscheint am Sonntag, den 22.12.2002. 

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